Wie viel verdient eine Hebamme? Einstiegsgehalt, Einflussfaktoren, Besonderheiten

Im Jahr 2018 kamen laut Statistik 787.523 Babys zur Welt. Klar, dass man da Hebammen und Entbindungshelfer braucht. Doch wie attraktiv ist dieser Beruf eigentlich? Und was gibt er finanziell her? In diesem Artikel erfährst du alles über das Einkommen einer Hebamme und wie es sich entwickeln kann.

Themenüberblick: Hebamme
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Gehalt Hebamme
  • school
    Emp. Schulabschluss
    Realschulabschluss oder Hochschulreife
  • date_range
    Ausbildungsdauer
    3 Jahre
  • access_time
    Arbeitszeit
    Schicht- und Bereitschaftsdienst

Gehalt für Hebammen

1. Gehalt von Hebammen im Überblick

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Wie viel verdient eine Hebamme?

Nach deiner 3 Jahre langen Hebammenausbildung kannst du dich entscheiden, in was für einer Einrichtung du arbeiten möchtest. In staatlichen Einrichtungen richtet sich das Gehalt nach dem Tarifvertrag und in kirchlichen nach den Arbeitsvertragsrichtlinien. In beiden Fällen entspricht das Einstiegsgehalt der untersten Entgeltgruppe und beträgt zwischen 2.000 EUR – 2.300 EUR brutto im Monat. In privaten Einrichtungen hingegen gibt es keinen speziellen Richtwert. Sie legen das Einkommen ihrer Angestellten selbst fest.

Später liegt dein Monatsgehalt als Hebamme im Durchschnitt bei 2.797 EUR brutto.

Der Beruf der Hebamme wird nur mit Leidenschaft wirklich gut ausgeübt, da er viele Nachteile mit sich bringt. Mit Aufstiegsweiterbildungen kann man in der Pflegebranche bleiben, die Nachteile aber reduzieren und sein Gehalt weiter verbessern.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel verdient eine freiberufliche Hebamme?

Laut Hebammenverband verdient eine freiberufliche Hebamme jährlich im Durchschnitt 14.000 EUR, was in etwa einem Stundenlohn von nur 7,50 EUR entspricht. Als angestellte Hebamme im öffentlichen Dienst liegt dein Gehalt bei 3.003 EUR brutto im Monat. Wie es sich mit den Jahren steigert kannst du unter Berufserfahrung herausfinden.

Wie kann ich eine Hebamme werden?

Da der Beruf der Hebamme mittlerweile ausschließlich über ein Studium erlernt werden kann, benötigst du ein (Fach-)Abitur, um an einer Hochschule studieren zu können. Da es sich um ein dual praxisintegriertes Studium handelt, musst du dich auch in einer Klinik bewerben. Tipps zur Bewerbung als Hebamme findest du ebenfalls auf Jobs-regional.

Wer verdient mehr Hebamme oder Krankenschwester?

Wenn man in beiden Fällen von einem Angestelltenverhältnis ausgeht verdienen Hebammen nur wenig mehr als Krankenschwestern. Da Hebammen jedoch seit 2020 ihren Beruf studieren müssen, wird der Gehaltsunterschied sich vermutlich noch vergrößern. Wovon das Gehalt einer Hebamme bestimmt werden kann, erklären wir dir unter Einflussfaktoren.

Wer bezahlt die Hebamme?

Die Kosten für eine Hebamme werden von der Krankenkasse übernommen, da jede Schwangere oder frische Mama einen Anspruch auf Betreuung durch eine Hebamme hat. Lediglich spezielle Untersuchungen oder Angebote müssen privat gezahlt werden. Wie du dich als Hebamme spezialisieren kannst erfährst du im Abschnitt Spezialisierung.

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2. Einflussfaktoren des Gehalts von Hebammen

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt von Hebammen?

Wir zeigen dir hier die Faktoren, die sich auf die Höhe deines Gehalts auswirken und was du persönlich für einen besseren Verdienst tun kannst.

  • Ausbildung
  • Region
  • Berufserfahrung
  • Spezialisierung
  • Geschlecht
  • Branche

2.1 Das Gehalt während der Ausbildung zur Hebamme

Das Erlernen des Hebammenberufes dauert 3 Jahre und wird 1.600 Stunden an einer Berufsfachschule und 3.000 Stunden in Frauenkliniken, Krankenhäusern oder bei freiberuflichen Hebammen gelehrt.

Hast du bereits eine abgeschlossene Ausbildung als Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger/in, kannst du deine Ausbildung bis zu 12 Monate verkürzen.

Die hier angegebenen Werte gelten für öffentliche Einrichtungen. Diese müssen sich an den aktuellen Tarifverträgen orientieren. Kirchliche Einrichtungen orientieren sich an den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). Private Ausbilder können unter Umständen auch niedrigere Gehälter zahlen.

Ausbildungsvergütung von Hebammen
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Ausbildungsvergütung von Hebammen
Durchschnittlich sollte dein Gehalt in der Ausbildung als Hebamme in diesem Rahmen liegen:
Lehrjahr Ausbildungsvergütung brutto pro Monat
1. Lehrjahr 1.141 EUR
2. Lehrjahr 1.202 EUR
3. Lehrjahr 1.303 EUR

Um ein weitverbreitetes Missverständnis zu klären: Auszubildende bekommen offiziell kein Gehalt – rechtlich gesehen handelt es sich um eine Ausbildungsvergütung. Scheinbar nur eine kleine Formalität, aber diese Regelung verhindert zum Beispiel, dass das Mindestlohngesetz greift. Das wird sich allerdings ab 2020 ändern, denn ab diesem Jahr gilt das neue Mindestlohngesetz für Azubis – genauere Infos kannst Du in unserem Artikel über Mindestlohn in der Ausbildung finden

Dein Gehalt richtig verhandeln

Vielleicht wird es dir nicht leicht fallen deinem Chef in der Gehaltsverhandlung zu sagen, welche Lohnhöhe du dir für deine Arbeit vorstellst – vielen geht es so. Deshalb empfiehlt es sich, sich gut auf dieses Gespräch vorzubereiten und unsere Tipps zu lesen. In dem Artikel „Gehaltsverhandlung nach der Ausbildung“ hat Jobs-regional dir zusammengefasst, was du wissen solltest!

Wenn du noch mehr über die Ausbildung zur Hebamme wissen möchtest, zum Beispiel welche Voraussetzungen man mitbringen sollte oder auch welche Aufgaben einen erwarten, dann findest du im Ausbildungsguide alle wichtigen und interessanten Informationen zum Beruf einer Hebamme.

2.2 Gehaltsunterschiede in Deutschland

Die Gehälter im Westen fallen grundsätzlich höher aus als die östlichen. Wenn du also nicht gebunden bist, kannst du dich auch an den Bundesländern orientieren, um dein Einkommen etwas mitzugestalten. Leider gibt es zu wenige Datensätze, um Genaueres zu den einzelnen Bundesländern zu sagen.

Abhängigkeit Gehalt einer Hebamme von der Region:

Region Durchschnittliches Monatsgehalt (brutto) Durchschnittliches Jahresgehalt (brutto)
Deutschland 3.457 EUR 41.484 EUR
Ostdeutschland 3.231 EUR 38.772 EUR
Westdeutschland 3.501 EUR 42.012 EUR
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2.3 Berufserfahrung im Job einer Hebamme

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Einstiegsgehalt für Hebammen

Das Einstiegsgehalt einer Hebamme ist recht hoch, obwohl es kein Studienberuf ist. Es liegt laut neuer Gehaltstabelle des TVöD-P (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst – Pflege) für den Zeitraum 01.03.2020 – 31.08.2020 bei 3.003 EUR brutto im Monat.

Jährlich liegt das ein Einstiegsgehalt einer Hebamme somit bei 36.036 EUR brutto, laut TVöD-P.

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Berufserfahrung als Hebamme

Dein Einkommen als angestellte Hebamme im öffentlichen Dienst steigt kontinuierlich mit deiner Berufserfahrung. In Stufe 2 und 3 bleibst du jeweils 3 Jahre. Danach verweilst du immer so viele Jahre in einer Stufe wie die Stufenzahl angibt (Stufe 4 – 4 Jahre).

Gehaltsentwicklung einer Hebamme mit Berufserfahrung:

Berufserfahrung einer Hebamme Bruttogehalt (Monat) Bruttogehalt (Jahr)
Einstiegsgehalt für 3 Jahre 3.003 EUR 36.036 EUR
4-6 Jahre Berufserfahrung 3.149 EUR 37.778 EUR
7-10 Jahre Berufserfahrung 3.337 EUR 40.044 EUR
11-15 Jahre Berufserfahrung 3.489 EUR 41.868 EUR
Ab dem 16. Jahr Berufserfahrung 3.699 EUR 44.388 EUR

2.4 Wie kann man sich spezialisieren als Hebamme?

Als Hebamme bieten sich dir zahlreiche Möglichkeiten dich weiterzubilden. Dabei hast du die Wahl zwischen verschiedenen Studiengängen, kaufmännischen Weiterbildungen oder anderen (kleineren) Weiterbildungen. Je höher dein Bildungsgrad, desto höher auch dein Gehalt.

Weiterbildungsmöglichkeiten einer Hebamme:

  • Fachwirt/in - Gesundheits- & Sozialwesen
  • Praxisanleiter/in
  • Stationsleiter
  • Betriebswirt/in - Management im Gesundheitswesen
  • Studium (z.B. Hebammenkunde, Pflegemanagement, Humanmedizin, ...)

Die meisten Hebammen oder auch Entbindungspfleger arbeiten freiberuflich, also selbstständig. Damit gestalten sie ihr Gehalt auch selbst und verdienen auf den ersten Blick mehr als angestellte Hebammen. Allerdings haben sie auch wesentlich mehr Verantwortung und müssen hohe Beiträge für die Berufshaftpflichtversicherung zahlen.

Neben den Weiterbildungen, die bereits erwähnt wurden, gibt es Zusatzqualifikationen, die man erwerben kann, um dann solche Besonderheiten wie Babymassage, Akupunktur oder Stillberatung anbieten zu können.

2.5 Geschlecht

Da in den staatliche Einrichtungen entsprechende Tarifverträge gelten, gibt es keine Unterschiede zwischen dem Gehalt Einkommen von Hebammen und Entbindungspflegern.

2.6 Typische Branchen für Hebammen

Wahrscheinlich sind die typischen Branchen in diesem Fall schon klar, trotzdem haben wir sie noch einmal für dich aufgelistet:

  • in geburtshilflichen Abteilungen von Krankenhäusern
  • in Hebammenpraxen
  • in Geburtshäusern
  • als freiberufliche Hebamme/Entbindungspfleger
  • bei sozialen Einrichtungen
  • bei Gesundheitsämtern

3. Besonderheiten

Werdendes Leben zu begleiten und ihm auf dem Weg in die Welt zu helfen ist schon eine Besonderheit an sich. Dabei darfst du nicht aus den Augen lassen, dass es dafür keine zeitlichen Vorgaben gibt. Überstunden und die Arbeit an Wochenenden sind somit üblich, wenn du als Hebamme arbeitest.

Die werden aber zumindest vergütet und mit Zuschlägen belohnt. Außerdem hast du im Schichtdienst nochmals besondere Sonderzuschläge, wie Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge.

UPDATE: Ab dem Jahr 2020 kann der Beruf der Hebamme in der EU nur noch in Form eines dualen Studiums erlernt werden.

Zusammenfassung - Berufsbild Hebamme

4. Fazit

Als Hebamme hast du einen besonderen und wichtigen Job, der aktuell auch viele Nachwuchskräfte sucht. Damit ist dir eine Festanstellung nach der Lehre sicher. Ob du die langen Arbeitszeiten in Kauf nehmen möchtest, musst du dir überlegen, aber falls du mal genug vom Hebammen-Dasein haben solltest, gibt es immer noch die Möglichkeit dich für eine von vielen Aufstiegsweiterbildungen zu entscheiden.

Das waren die bedeutendsten Informationen in unserem Artikel über das Gehalt einer Hebamme:

  • Einstiegsgehalt von 3.003 EUR brutto im Monat
  • Gute Aussichten auf einen festen Job, durch die hohe Nachfrage an ausgebildeten Arbeitskräften
  • Es gibt wirklich viele, unterschiedliche Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Die größten Einflussfaktoren für die Höhe des Gehalts sind: Bundesland, Qualifikation, Bezahlung nach Tarifvertrag: ja, oder nein?
Quellen:

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