Dieser Mindestlohn gilt für Azubis Infos zur Bezahlung der Ausbildung

Der Bundesrat hat das neue Berufsbildungsgesetz im Bundestag verabschiedet, was sich positiv auf zukünftige Auszubildende auswirken wird. Von nun an erhöht sich der monatliche Beitrag zu jedem Ausbildungsbeginn jährlich. Wie hoch der Beitrag sein wird und was sich sonst noch ändert – Jobs-regional liefert dir alles rund um den Azubi-Mindestlohn.

Mindestlohn Ausbildung

Dein Weg in der Ausbildung

Was kostet mich die Ausbildung als Azubi? Erhalte ich zusätzlich zur Bezahlung Unterstützung? Wie hoch ist das Einkommen während der Ausbildung? Muss ich nebenher noch einen Nebenjob machen? Fragen über Fragen, die du dir stellst, wenn du eine Ausbildung beginnen möchtest und die Antworten findest du hier bei Jobs-regional!

1. Definition: Mindestlohn

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Was ist überhaupt der Mindestlohn?

Der gesetzliche Mindestlohn wird im Zusammenhang mit der Ausbildung oft vertauscht, denn der Mindestlohn wird an Beschäftigte ausgezahlt die eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. So darf der monatliche Betrag nicht unter dem Mindestpreis, einem Betrag angepasst an den Markt und die Wirtschaft, liegen. Seit dem 01.01.2020 erhalten ausgebildete Personen 9,35 EUR pro Stunde.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund definiert den Mindestlohn für Auszubildende wie folgt:

„Auszubildende erhalten keinen "Lohn", da sie keine regulären Beschäftigten sind, sondern sich noch in der Ausbildung befinden. Entsprechend können sie auch keinen Mindestlohn erhalten. Die korrekte Bezeichnung für das Einkommen von Auszubildenden lautet "Ausbildungsvergütung".

Dementsprechend heißt der Mindestbetrag für die Ausbildungsvergütung "Mindestausbildungsvergütung".

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Seit 2020 erhalten Azubis eine monatliche Vergütung von mindestens 515 EUR im ersten Ausbildungsjahr, welche sich in den nächsten Jahren jährlich erhöhen wird.

  • Wie viel verdient man in der Ausbildung?

    Seit dem 01.01.2020 verdient ein Auszubildender im ersten Lehrjahr 515 EUR brutto pro Monat. Mit jedem neuen Ausbildungsjahr erhöht sich die monatliche Vergütung und steigt im dritten Ausbildungsjahr auf 695 EUR und im vierten Ausbildungsjahr auf 721 EUR brutto.

  • Wie viele Abzüge habe ich in der Ausbildung?

    Während der Ausbildung werden auf der monatlichen Abrechnung Abzüge der Vergütung zu sehen sein. Es werden Sozialabgaben der Renten-. Pflege-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung gezahlt. Insgesamt werden 20,375 % der Brutto-Ausbildungsvergütung als Sozialabgaben abgezogen.

  • Wann wird die Ausbildungsvergütung erhöht?

    Seit 2020 erhöht sich der Betrag bis einschließlich 2023 jährlich. Anschließend wird er ab 2024 mit dem Durchschnitt aller Ausbildungsvergütungen automatisch erhöht. So liegt der Betrag des ersten Ausbildungsjahres in jedem Folgejahr höher als in dem Jahr zuvor.

2. Bisherige Ausbildungsvergütung

Der bisherige Lehrlingsgehalt richtete sich nach dem Mindestlohngesetz und variierte je nach Betrieb. Gesetzlich festgelegt wurde jedoch kein exakter Betrag wodurch manche Azubis auch weniger als 515 EUR brutto verdienten. In der Arbeitswelt lassen sich Unterschiede zwischen Bezeichnungen von Einkommen entdecken. So kann man den Verdienst in zwei unterschiedliche Phasen einteilen.

2.1 Vergütung

Auszubildende bekommen oft keinen Gehalt. Denn rechtlich gesehen lautet die Bezeichnung Ausbildungsvergütung, da die Ausbildung als Bildungsphase anstatt als Arbeitsphase definiert wird. Vom ersten bis zum letzten Tag der Ausbildung bekommen Azubis eine Vergütung als Gegenleistung zur geleisteten Arbeit. Die Höhe der Ausbildungsvergütung steigt jährlich an.

2.2 Gehalt

Sobald die Ausbildung abgeschlossen ist und man als Geselle ins Berufsleben einsteigt, erhält man einen monatlichen Gehalt. Der Betrag unterscheidet sich je nach Standort, Branche, Größe des Unternehmens sowie Erfahrung. Das Gehalt ist eine fixe Summe und wird ungeachtet der Arbeitsstunden monatlich ausgezahlt.

3. Mindestlohn in der Ausbildung

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges wurden sogenannte „Hungerlöhne“ an deutsche Arbeiter ausgezahlt. Meist arbeiteten sie bis zu 13 Stunden pro Tag und verdienten einen sehr geringen Gehalt von ungefähr 50 Pfennig bis 1,45 Mark pro Stunde. Nach vielen Jahren zahlreicher Umstrukturierungen und Reformen wird ein Mindestlohn gezahlt, der in der Ausbildung seit Januar 2020 nun bei monatlich 515 EUR brutto liegt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fasst die neue Regelung wie folgt zusammen:

„Ab 2020 wird die Mindestausbildungsvergütung ("Azubi-Mindestlohn") stufenweise eingeführt. Im Jahr 2020 startet sie mit 515 Euro im 1. Ausbildungsjahr bis zu 721 Euro im 4. Ausbildungsjahr. Die Mindestausbildungsvergütung steigt danach für alle Ausbildungsjahre stufenweise bis 2023 an. Ab 2024 wird sie nach dem Durchschnitt aller Ausbildungsvergütungen automatisch erhöht.“

4. Brutto-Netto Rechner

Mithilfe eines Lohnrechners lassen sich Brutto- und Nettobeträge errechnen. Mithilfe des Stunden-, Monat- und Jahreslohns die meistens in brutto angegeben werden kann der Rechner den stündlichen, monatlichen und jährlichen Nettobetrag ausrechnen.

Je nachdem welche Informationen du über deine Ausbildungsvergütung, dein späteres Einstiegsgehalt oder auch dein späteres Gehalt mit mehreren Jahren Berufserfahrung in Erfahrung bringen möchtest, kann die Berechnung etwas komplizierter werden.

Hier bei Jobs-regional machen wir dir das direkt einfach. Mit unserem Brutto-Netto Rechner kannst du die verschiedenen Einflüsse auf deine Vergütung bzw. dein Gehalt schnell und unkompliziert ausrechnen.

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5. Ausnahmen beim Mindestlohn

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Gibt es Ausnahmen für den Mindestlohn für Azubis?

Zusätzlich zur Mindestausbildungsvergütung gibt es noch zahlreiche Branchen-Mindestlöhne, die ebenso zum 01.01.2020 angestiegen sind. In den meisten Fällen wurden die Verträge zum ersten Januar erhöht. In manchen Branchen verschiebt sich die Erhöhung jedoch um mehrere Monate. Ausnahmen sind verschieden Ausbildungsarten wie beispielsweise Erzieher, denn sie fallen nicht unter das Berufsbildungsgesetz.

Neben den individuellen Verträgen der Betriebe gibt es auch Tarifverträge. In einem Tarifvertrag werden die Rechte und Pflichten eines Arbeitgebers sowie Arbeitnehmers festgehalten. Darunter fallen die Regelungen für Löhne, Gehälter, Arbeitszeit und Urlaubsanspruch. Ein Tarifvertrag legt den Mindestlohn einer entsprechenden Branche wie beispielsweise Elektrohandwerk oder Pflegebranche fest.

Die einzige Voraussetzung für den Einsatz von Tarifverträgen ist, wenn der Arbeitgeber seinem Arbeitgeberverband beigetreten ist sowie der jeweilige Arbeitnehmer der Gewerkschaft. So wirken die festgelegten Regeln des Vertrags für alle Arbeitnehmer. Das bedeutet, dass bei Unstimmigkeiten nicht jeder Arbeitnehmer einzeln zum Arbeitgeber gehen muss, sondern sie sich als Gruppe beschweren oder streiken können.

6. Bundesausbildungsbeihilfe

Die Bundesausbildungsbeihilfe, kurz BAB, unterstützt Personen während der Ausbildung. Unter bestimmten Voraussetzungen können Azubis bei der Bundesagentur für Arbeit für die finanzielle Unterstützung einen Antrag stellen. Der Antrag sowie der Weiterbewilligungsantrag können online ausgefüllt werden. Bei einer Zusage erhalten Azubis einen monatlichen Zuschuss dessen Höhe von der individuellen Situation des Azubis abhängt. Das BAB gleicht dem BAföG Ausbildung für Schüler und Studierende, nur dass man am Ende der Förderung keinen Betrag zurückzahlen muss.

Voraussetzungen bei der Antragstellung

  • Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Maßnahme
  • (außer-)betriebliche Berufsausbildung und zu weit entfernt von deinen Eltern
  • (außer-)betriebliche Berufsausbildung und über 18 Jahre alt oder verheiratet oder gemeinsamer Haushalt mit Partner/in
  • (außer-)betriebliche Berufsausbildung und mind. ein Kind sowie nicht wohnhaft in elterlicher Wohnung

So wie es Voraussetzungen gibt, liegen auch Faktoren vor die als Ausschlusskriterien für den Antrag gelten. Während einer schulischen Ausbildung hat man keinen Anspruch auf eine Beihilfe. Ebenso wenig erhältst du Unterstützung, wenn du bereits von anderen Behörden Leistungen beziehst.

7. Neue Bezeichnungen im Ausbildungsmarkt

Neben dem neuen Azubi-Mindestlohn Gesetz wurde auch die Formulierung der einzelnen Fortbildungsstufen geändert. Die neuen Abschlussbezeichnungen „Geprüfter Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“ sowie „Master Professional“ finden seit 01. Januar 2020 Verwendung.

Sie ersetzen nicht die bisherigen Stufen Auszubildender, Meister und geprüfter Betriebswirt, sondern sind als Ergänzung anzusehen. Das bedeutet, da sich die Bezeichnung Meister etabliert hat, wird auch die Verleihung des Meisterbriefes weiter erfolgen. So erhalten zukünftige Handwerker ihr Zeugnis mit der Bezeichnung Meister und Bachelor Professional. Letzterer Begriff dient der Darstellung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung.

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8. Fazit

Azubis, die mit dem ersten Lehrjahr in 2020 beginnen, profitieren von den neuen Regelungen des Bundesrates.

Die Kernaussagen des Artikels:

  • Ab 2020 erhalten Azubis mit einer dualen Ausbildung monatlich mindestens 515 EUR brutto im ersten Ausbildungsjahr.
  • Dank des Lohnrechners kannst du dir deinen zukünftigen Nettobetrag ausrechnen.
  • Da die Vergütung von Azubis oft nicht zum Leben reicht, können sie Bundesausbildungshilfe beantragen, um während der Ausbildung finanziell abgesichert zu sein.
  • Die Berufsbezeichnungen erhalten seit 2020 einen Namenszusatz: Auszubildende werden zukünftig auch als Geprüfte Berufsspezialisten betitelt, Meister erhalten die Bezeichnung Bachelor Professional und als Master Professional wird ein geprüfter Betriebswirt bezeichnen.
Quellen:

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