Gehaltsverhandlung nach der Ausbildung Tipps für deine Gehaltsverhandlung

Ob beim Vorstellungsgespräch oder nach mehrjähriger Berufserfahrung, eine Gehaltsverhandlung ist oft ein unangenehmes und schwieriges Thema, aber nicht unmöglich. Mit verschiedenen Tipps und Tricks kannst du deinen Chef überzeugen dir mehr Gehalt zu zahlen oder andere Sonderleistungen anzubieten – Jobs-regional liefert dir alles rund um die Gehaltsverhandlung nach der Ausbildung.

Gehaltsverhandlung Ausbildung

Gehaltsverhandlung nach der Ausbildung

Wie läuft eine Gehaltsverhandlung ab? Welche Tipps kann man bei einer Gehaltsverhandlung anwenden? Wie führt man schriftlich eine Gehaltsverhandlung? Fragen über Fragen, die du dir stellst, wenn du ein Gehaltsgespräch hast und die Antworten findest du hier bei Jobs-regional!

1. Definition: Gehaltsverhandlung

Ob beim Vorstellungsgespräch oder nach einigen Jahren im Unternehmen, um dein Wunschgehalt zu erlangen bietet eine Gehaltsverhandlung die Möglichkeit, im Gespräch mit dem Chef eine Erhöhung der Bezahlung zu diskutieren.

Mit schlagkräftigen Argumenten streben Arbeitnehmer an, ihren Arbeitgeber mit ihren Leistungen zu überzeugen und somit Ihnen mehr Gehalt auszuzahlen.

Die Höhe des Gehalts und die Argumente sind jedoch neben deinen eigenen Fähigkeiten noch von vielen weiteren Faktoren abhängig. So beeinflussen Branche, Unternehmensgröße, Bildung und Unternehmensstandort das Einkommen.

Während der Ausbildung ist es nicht üblich eine Gehaltsverhandlung durchzuführen, da die Beträge der Azubi Vergütung bereits im Vorhinein festgelegt sind und in sehr seltenen Fällen erhöht werden. Sobald man die Ausbildung abgeschlossen hat, kann und sollte man auf jeden Fall auf eine Gehaltserhöhung bestehen.

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2. Gehaltsgespräche im Arbeitsleben

Um eine Gehaltsverhandlung durchzuführen, kann man mit seinem Chef schriftlich oder mündlich in Kontakt treten. Neben dem Mailverkehr ist das Gehaltsgespräch eine beliebte Methode, da man ohne ein meist unnützes Vermittlermedium direkt miteinander kommunizieren kann.

Da man sowohl als Bewerber sowie Angestellter mit einem Gehaltsgespräch konfrontiert werden kann, haben wir dir Merkmale aufgelistet, die für deine nächste Gehaltsverhandlung definitiv hilfreich sind.

2.1 Gehaltsverhandlung als Bewerber

In der Position als Bewerber kannst du noch keine Leistungen vorweisen, die du im Unternehmen gemacht hast. Lass dich durch diesen Fakt nicht unterkriegen. Du kannst dich trotzdem auf das Gespräch vorbereiten, indem du recherchierst wie viel man im selben Job durchschnittlich in deiner Stadt oder der Umgebung verdient. Zusätzlich kannst du herausfinden wie viel andere Angestellte mit demselben Job, vorzugsweise sogar in derselben Firma, verdienen.

Achte im Gespräch auch darauf die Höhe des Gehalts lieber etwas zu hoch anzusetzen – runter kann der Chef immer gehen. Als Argument für ein hohes Gehalt kannst du mit deinen bisherigen Leistungen und Erfahrungen punkten.

2.2 Gehaltsverhandlung als Angestellter

Bevor ein Gehaltsgespräch stattfindet, solltest du dir überlegen welche Leistungen du überhaupt erbracht hast und ob du argumentative Faktoren nennen kannst die wirklich für eine Gehaltserhöhung sprechen. Auch wenn es vielleicht zu banal scheint eine strukturierte Leistungsmappe anzulegen. Erst dann macht es jedoch Sinn das Gespräch mit dem Chef zu suchen, um ihm detailliert deine Erfolge aufzulisten.

Vor dem Gespräch muss zunächst ein gemeinsamer Termin gefunden werden. Versuche dabei einen guten Zeitpunkt zum Fragen einzuschätzen, am besten weit im Voraus. Nutze dabei nicht die Fahrt im Aufzug auf dem Weg nach Hause, sondern suche das Gespräch im Büro während der Arbeitszeiten oder verfasse eine Terminanfrage per Mail. Lege den Termin vorzugsweise nicht auf eine Urzeit vor einem Verkaufsgespräch, sondern eher nach der Mittagspause.

Beginne mit bekannten Themen wie das Wetter oder dem vergangenen Urlaub und leite dann in die Verhandlung ein. Versuch so weit es geht, während des ganzen Gesprächs Augenkontakt zu halten. Argumentiere basierend auf Fakten und nicht auf Meinungen. Dabei kannst du mit deinen vergangenen sowie zukünftigen Projekten beeindrucken. Bedenke, dass du in beiden Fällen nach dem Gespräch eine E-Mail an deinen Chef verschicken solltest, um euer Fazit schriftlich festzuhalten.

Solltest du nicht dein Wunschgehalt bekommen dann ist es ratsam nicht gefährlich zu feilschen oder mit einer Kündigung zu drohen. Rede dich daher nicht in Rage, sondern bleib ruhig und konzentriere dich auf dein Ziel der Gehaltserhöhung.

Außerdem ist es nicht ratsam deinen Chef unentwegt zu “nerven”, falls die erste Gehaltsverhandlung keine für dich positiven Ergebnisse geliefert hat. Sobald etwas Zeit vergangen ist und du vielleicht sogar weitere Aufgaben oder Projekte erfolgreich beendet hast, kannst du dann aber noch mal um ein Gehaltsgespräch bitten.

3. Tipps für die Gehaltsverhandlung

Es gibt zahlreiche Tipps und Tricks wie du während der Gehaltsverhandlung punkten kannst. Bevor wir auf den Inhalt eingehen, konzentrieren wir uns erstmal auf die äußere Erscheinung. Im Verhandlungsgespräch solltest du eine gerade Haltung einnehmen und keinen krummen Rücken formen. Auch der Händedruck zur Begrüßung sollte so stark sein, dass du einen leichten Druck ausübst, deinem Gegenüber aber nicht die Hand brichst.

Um deine Argumente aussagekräftig darlegen zu können ist es hilfreich eine Leistungsmappe anzulegen. In dem Zusammenhang kannst du auf deine Leistungen zurückgreifen und bildlich darstellen welche Aufgaben du bisher erledigt hast. So kannst du beispielsweise drei zentrale Argumente vor dem Gespräch heraussuchen, die dich und deine Arbeit definieren und die gleichzeitig den Arbeitgeber überzeugen sollen.

Verwende im Gespräch den Begriff „Gehaltsanpassung“. Diese Methode kann dir helfen deine Leistungen besser in Relation zum erwarteten Gehalt zu setzen und logisch zu argumentieren. Denn bedenke, dein Gehalt ist der Gegenwert für deine Leistungen. Aufgrund dessen solltest du dich nicht mit anderen Kollegen oder Firmen vergleichen.

Da Vorgesetzte grundlegend dein Wunschgehalt drücken, um natürlich Gelder zu sparen, ist es ratsam mit einem Betrag zu beginnen, der über deinem eigentlichen Wunschbetrag liegt. Auch solltest du dich vorher erkundigen was dein Marktpreis ist, also wie viel du aufgrund deiner Erfahrungen und Kenntnisse bezahlt werden solltest. Im Gespräch kannst du dann eine krumme Zahl nennen um zu signalisieren, dass du jeden Euro Wert bist.

Neben dem Gehalt können weitere nicht monetäre Leistungen vereinbart werden, die dir auch zugutekommen können. Dazu gehören Firmenautos, Vergünstigungen vom Mittagessen oder auch Smartphones oder Laptop die während der Zeit der Anstellung genutzt werden können.

Check

Tipps für die Gehaltsverhandlung zusammengefasst:

  1. Leistungsmappe anlegen
  2. Mindestens drei starke Argumente finden
  3. Wortwahl „Gehaltsanpassung“
  4. Nicht monetäre Leistungen anfragen
  5. Gefährliches Halbwissen vermeiden
  6. Wunschgehalt höher stufen
  7. Eigenen Marktwert berechnen
  8. Krumme Zahlen nennen
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4. Gehaltsverhandlung per E-Mail

Eine Gehaltsverhandlung per E-Mail ist die weniger typische Verhandlungsform. Oft wird eine Mail nach einem Gehaltsgespräch verfasst, um die mündlich besprochenen Informationen schriftlich festzuhalten und etwaige Fragen zuzufügen.

Für Bewerber bietet sich oftmals die Erwähnung der Gehaltsvorstellungen im Anschreiben. Für das Vorstellungsgespräch wissen dann Bewerber und Chef bereits um welche Höhe sich der eventuelle Betrag dreht.

Bei einer Gehaltsverhandlung per E-Mail ohne ein vorläufiges Gespräch solltest du auf deine Wortwahl achten, um Missverständnisse vorzubeugen.

Mögliche Formulierungen in der Gehaltsmail:

  • „Aufgrund meiner Qualifikation und der daraus entstehenden Verantwortung, strebe ich ein angemessenes Gehalt an. Aufgrund meiner Fähigkeiten A, B und C sowie meiner Qualifikationen im Bereich D und E sehe ich eine Gehaltserhöhung als angebracht an. Mein Wunschgehalt liegt bei jährlich X EUR.“

  • „Ich bin schon seit einiger Zeit in Ihrem Unternehmen tätig und habe bereits erfolgreich Projekte abgeschlossen. Das daraus entstandene Feedback von Ihrer Seite war immer positiv. Aus diesem Grund würde ich gern über mein Gehalt verhandeln. Entsprechend meiner bisherigen Tätigkeiten liegt dem eine Vergütung von jährlich X EUR zugrunde.“

  • „Meine bisherigen Tätigkeiten und Qualifikationen konnte ich bereits erfolgreich in Projekten einsetzen. Meine zügige Arbeitsweise zeichnet mich aus, wodurch ich das Unternehmen auch in Zukunft schneller voranbringen möchte. Aufgrund dessen möchte ich gern über mein Gehalt verhandeln. Meine Gehaltsvorstellung liegt bei X EUR im Jahr.“

5. Vertragsverhandlungen

Mit der Zusage der Stelle seitens des Chefs und Arbeitnehmers erfolgt anschließend die Vertragsunterzeichnung. Es ist ratsam den Vertrag vorher zu Hause ausführlich durchzulesen, um anschließend auftretende Fragen mit dem Chef zu klären.

Bei der Vertragsverhandlung dreht es sich um inhaltliche Elemente des Jobs. Die Frage nach dem Gehalt sollte bis hierhin bereits in einer Gehaltsverhandlung geklärt sein. Wenn nicht, dann ist es als Arbeitnehmer ratsam sich mit seinem Vorgesetzten in Verbindung zu setzen.

Neben dem Gehalt können auch anderweitige Leistungen verhandelt werden. Mit oder Kindergartenzuschüsse und Sachzuwendungen wie Waren- oder Benzingutscheine kann man dem Arbeitnehmer entgegenkommen. Auch typisch ist die Privatnutzung elektronischer Arbeitsmittel wie Smartphones oder die Gesundheitsförderung durch Kurse. Ebenso sind Urlaubs- und Weihnachtsgeld mögliche Zusatzleistungen.

Zusätzlich spielt der Faktor Arbeitszeit eine elementare Rolle. Vor einer Verhandlung sollte sich der Arbeitnehmer bewusst sein, an welcher Stelle für ihn Freizeit, Geld und Karriere stehen. Das Ergebnis der Überlegung macht sich in den Forderungen erkennbar. Bei mehr Freizeit kann man die Wochenstunden drosseln und bei mehr Geld Bereitschaft zeigen für Überstunden. Falls möglich kann man Modelle wie Homeoffice oder Remote Work umsetzen oder flexible Arbeitszeiten einführen.

Manche Firmen erwarten eine ständige Erreichbarkeit des Arbeitnehmers auf der Arbeit und zu Hause. Selbst wenn es bedeutet nur kurz zu telefonieren. Falls der Arbeitnehmer daran keinen Gefallen findet, sollte schriftlich festgehalten werden, dass keine ständige Erreichbarkeit erfolgen wird.

Neben den Anforderungen an Faktoren rund um den Job können auch deine Tätigkeitsbereiche deines Jobs detailliert festgehalten werden. Ob als Bewerber oder Angestellter, überlege dir vorab welche Aufgaben du erledigen kannst, welche über und welche auch unter deiner Qualifizierung liegen.

Themenpunkte einer Vertragsverhandlung

  • Arbeitgeberleistungen
  • Arbeitszeiten
  • Erreichbarkeit
  • Tätigkeitsbereich
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6. Fazit

Sei mutig und verkaufe dich nicht unter deinem Wert. Auch wenn du dich bei einer Gehaltsverhandlung überwinden musst eine Gehaltsanpassung an deine Leistungen einzufordern, wird es sich am Ende auszahlen – in zweifacher Hinsicht. Wir haben dir das Wichtigste zusammengefasst:

  • In der Gehaltsverhandlung forderst du als Bewerber sowie Angestellter ein auf deinen Fähigkeiten basierendes entsprechendes Gehalt: Verkaufe dich nie unter deinem Wert!
  • Es ist sinnvoll schriftlich festzuhalten, welche Informationen mit dem Chef besprochen wurden.
  • Wenn ein Arbeitnehmer nicht das Gespräch suchen möchte, dann bietet sich die Möglichkeit per E-Mail über das zukünftige Gehalt zu verhandeln.
  • Bei der Vertragsverhandlung kannst du neben einem höheren Gehalt auch weitere Zusatzleistungen aushandeln.
  • In einem Gespräch sollte der Arbeitnehmer neben dem Inhalt auch auf die eigene Körperhaltung achten.
Quellen:

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