Motivationsschreiben: Aufbau, Inhalte und Tipps So überzeugst du deinen zukünftigen Ausbildungsbetrieb

Das Motivationsschreiben ist die Kirsche auf dem Eisbecher deiner Bewerbung. Lieferst du ein überzeugendes Schreiben, kommst du deiner Traumausbildung ein ganzes Stück näher. Es ist allerdings schwierig erst einmal den Anfang zu finden, wenn man vor einem leeren Blatt sitzt.

Alles was du für dein Motivationsschreiben brauchst: Tipps, Muster und Beispiele findest du hier. Wir von Jobs-regional helfen dir, das perfekte Motivationsschreiben für deine Bewerbung zu verfassen.

Motivationsschreiben Ausbildung

Wie schreibt man ein Motivationsschreiben?

Im Folgenden wird dir Jobs-regional alle wichtigen Fakten und Tipps präsentieren, die dir dabei helfen werden, ein aussagekräftiges Motivationsschreiben zu verfassen.

ACHTUNG! Du musst nur dann wirklich ein Motivationsschreiben anfertigen, wenn in der Stellenausschreibung ausdrücklich danach verlangt wird. Für einige Betriebe und Unternehmen gehört so ein Motivationsschreiben zum Pflichtprogramm, für andere ist es nur eine Zusatzleistung. So ein Motivationsschreiben kann also niemals einen anderen Teil deiner Bewerbung ersetzen.

1. Definition: Motivationsschreiben

Check

Was ist ein Motivationsschreiben?

Es ist immer noch gang und gäbe, dass Ausbildungsbetriebe ein Motivationsschreiben von ihren Bewerbern verlangen. Da das Motivationsschreiben die dritte Seite nach dem Anschreiben und dem Lebenslauf bildet, wird es oft auch „die Dritte Seite“ genannt. Das Motivationsschreiben dient dazu, dass du deinen persönlichen Anreiz für diese Ausbildung herausstellst und deutlich machst, warum, gerade du für die Stelle besonders geeignet bist.

Das Motivationsschreiben kann also 2 Funktionen haben:

  • Motivation: Hierbei dient die dritte Seite als Ergänzung zum Bewerbungsschreiben. Hier kannst du weitere Argumente für deine Motivation unterbringen, die im Anschreiben keinen Platz mehr gefunden haben.
  • Kurzprofil: Hier dient das Motivationsschreiben eher als ein Abriss deiner persönlichen Stärken und Kompetenzen. Hier kannst du z. B. auch Kenntnisse unterbringen, die du während der Schulzeit, bei Praktika oder anderen außerschulischen Aktivitäten gewonnen hast, die aber nicht direkt im Zusammenhang mit der Stelle stehen.

Häufig gestellte Fragen

Was schreibt man bei einem Motivationsschreiben?

Bei einem Motivationsschreiben geht es darum, sich als Bewerber zu verkaufen. Man kann dabei auf deine ganz persönliche Motivation für eine Ausbildung eingehen, oder einen kurzen abriss über Fachbezogene und überfachliche Fähigkeiten geben.

Ist ein Motivationsschreiben das Gleiche wie ein Bewerbungsschreiben

Ein Motivationsschreiben ähnelt dem Anschreiben. Es kann allerdings deutlich persönlicher und damit auch ausführlicher gestaltet und Fähigkeiten anhand von Beispielen dargestellt werden.

Was ist ein Motivationsschreiben in einer Bewerbung?

Das Motivationsschreiben ist die dritte Seite einer Bewerbung, da es nach dem Anschreiben und Lebenslauf an dritter Stelle kommt. Es erklärt – ausführlicher als das Anschreiben – die eigene Motivation, sowie Kenntnisse und Fähigkeiten, die man gewinnen konnte.

Wie viele Wörter hat ein Motivationsschreiben?

Es kommt drauf an. Wie viele Wörter genau ein Motivationsschreiben haben sollte, lässt sich nicht sagen, da du das Motivationsschreiben sowohl als Fließtext, als Aufzählung oder auch als Mischform formulieren kannst. Insgesamt sollte eine DIN-A4 Seite nicht überschritten werden.

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2. Aufbau und Inhalt des Motivationsschreibens

Da es keine formalen Vorgaben für das Motivationsschreiben gibt, hast du bei der Gestaltung ziemlich freie Hand. Aber, nicht zu früh freuen, es gibt immer noch genug Dinge, die es zu beachten gilt. Was auf jeden Fall ins Motivationsschreiben gehört ist die Adresszeile. Hier findest du eine Übersicht über der einzelnen Schritte und Inhalte deines Motivationsschreibens:

2.1 Was kommt rein?

Bevor du anfängst an deinem Motivationsschreiben zu arbeiten, solltest du dir genau überlegen mit welchem Inhalt du die dritte Seite füllen möchtest und ob es überhaupt vonnöten ist – ausgenommen ein Motivationsschreiben ist vom Ausbildungsbetrieb ausdrücklich gefordert.

Falls du zu dem Schluss kommst, dass du eine dritte Seite brauchst, solltest du dir folgende Frage stellen: Möchtest du lieber genauer auf dich als Person eingehen und deine Stärken und Kompetenzen noch deutlicher hervorheben, oder soll es eher um dein Interesse an der Ausbildung gehen? Was ist deine Motiviert gerade diesen Beruf verfolgen zu wollen oder gerade in diesem speziellen Unternehmen zu arbeiten?

Sei dir auch vorher schon bewusst, welche Anforderungen du an die Ausbildung stellst. Was möchtest du lernen, welche Themen möchtest du gegebenenfalls besonders vertiefen etc.

2.2 Informiere dich über den Ausbildungsbetrieb

Wenn du nun eine grundlegende Idee über den Inhalt deines Motivationsschreibens hast, dann ist es jetzt von Vorteil dich noch einmal genauer mit dem Unternehmen auseinander zu setzen. Nicht zuletzt, um den Ansprechpartner ausfindig zu machen, an den du deine Bewerbung richtest.

Informiere dich darüber was das Unternehmen ausmacht, gibt es Themen, mit denen sich das Unternehmen beschäftigt, die dich auch interessieren? Setzt sich der Betrieb zum Beispiel für den Umweltschutz ein, achtet besonders auf Mülltrennung und die Nutzung erneuerbarer Energien? Ziehe parallelen, zu dir selbst, bringe diese in den Text mit ein.

So kannst du dich selbst gegebenenfalls schon frühzeitig mit dem Unternehmen identifizieren und kannst das in deinem Motivationsschreiben herausstellen. Dadurch kann der Personaler, der sich mit deiner Bewerbung beschäftigt sehen, dass du dich intensiv mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast.

2.3 Die Überschrift

Schon bei der Überschrift könntest du theoretisch deine Kreativität unter Beweis stellen. Es spricht allerdings auch nichts dagegen eine ganz klassische Überschrift zu verwenden. Zu den Klassikern zählt zum Beispiel:

  • Motivationsschreiben
  • Über Mich
  • Das bin ich
  • oder einfach deinen vollständigen Namen

Wenn du dich kreativ austoben möchtest, kannst du zum Beispiel mit Fragen als Überschrift spielen oder etwas provokanter werden. Hier ein paar Beispiele:

  • Warum Sie mich einstellen sollten?
  • Was mich für diese Ausbildung qualifiziert?
  • Darum bin ich der/die Richtige

2.4 Die Einleitung

Bei so vielen Dingen im Leben ist der erste Eindruck entscheidend. Auch beim Motivationsschreiben ist das nicht anders. Der erste Satz kann dafür sorgen, dass deine Bewerbung aussortiert wird. Um das zu vermeiden, solltest du Floskeln wie „mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen …“ oder “Ich interessiere mich sehr für…“ vermeiden.

Werde stattdessen auch hier etwas kreativ und versuche schon im ersten Satz das Interesse des Personalers an deiner Person zu wecken. Schreibe etwas wie „Schon als Jugendliche/r habe ich regelmäßig auf meine Neffen aufgepasst, was in mir den Wunsch geweckt hat Erzieher/in zu werden.“ Denk daran kurze und knackige Sätze zu schreiben, zu viele Verschachtelungen sorgen dafür, dass dein Text umständlich zu lesen ist und der Personaler das Interesse verliert.

2.5 Der Hauptteil

Im Hauptteil kannst du dich nun ganz auf dich und deine Stärken konzentrieren. Verschaffe den Leuten einen Überblick über deine Kenntnisse und Kompetenzen. Führe dazu am besten immer Beispiele an. So kannst du zu Beispiel schreiben:

"Bei meiner Ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Feuerwehr, habe ich gelernt im Team zu arbeiten."

Im Motivationsschreiben kannst du die wichtigsten Fähigkeiten, die du im Anschreiben schon genannt hast, nochmal ausführlicher beschreiben und erklären, wo du sie gewonnen hast. Sei dir aber auch darüber bewusst, dass das Motivationsschreiben eine Erweiterung des Anschreibens sein kann und das du hier auch Kompetenzen anführen kannst, die keinen direkten Bezug zur Ausbildung haben. Gehen wir mal davon aus, dass du eine Ausbildung zum Elektriker/in machen willst und du eine Leidenschaft fürs Reisen hast, dann hat das keinen direkten Zusammenhang. Dennoch kannst du im Motivationsschreiben darauf eingehen und dadurch deine interkulturelle Kompetenz herausstellen.

2.6 Der Schluss

Ähnlich wie beim Anschreiben kannst du am Schluss äußern, dass du dich über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch freust. Du solltest dabei selbstbewusst, aber nicht aufdringlich klingen. Formulierungen wie „Hoffentlich höre ich von Ihnen“ sind klingen so als wenn du betteln würdest und wirken unsicher. Stattdessen kannst du mit diesen Sätzen abschließen:

  • Ich freue mich von Ihnen zu hören.
  • Ich freue mich über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch.
  • Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Kennenlernen.

Zu guter Letzt, folgt auch auf der dritten Seite die Grußformel und eine Unterschrift am unteren linken Rand des Blattes.

3. Checkliste für das Motivationsschreiben

Hier findest du nun einige Kernfragen, die du in deinem Motivationsschreiben unbedingt beantworten solltest. Hast du die dritte Seite vollständig verfasst, schau nochmal nach, ob du diese Punkte auch wirklich alle beantworten konntest.

Check

Checkliste Motivationsschreiben für die Ausbildung:

  1. Warum willst du ausgerechnet diese Ausbildung machen?
  2. Warum passt gerade du das Unternehmen?
  3. Was hebt dich von den anderen Bewerbern ab?
  4. Was ist deine Motivation oder Begeisterung für genau diese Ausbildung?
  5. Welchen Mehrwert kannst du dem Unternehmen bieten?

Auch wenn diese Fragen einen guten Anhaltspunkt für dein Motivationsschreiben bieten, solltest du sie nicht einfach stumpf abarbeiten.

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4. Muster für dein Motivationsschreiben

Wie schon gesagt, ist ein Motivationsschreiben kein absolutes muss und eher selten in den Bewerbungsunterlagen, solange es nicht explizit vom Unternehmen gefordert wird. Deshalb hat man natürlich beim Verfassen des ersten Motivationsschreibens wahrscheinlich erstmal einige Fragezeichen im Gesicht. Um sich einen ersten Einblick in den Stil zu ermöglichen, haben wir hier mal ein kostenloses Muster-Motivationsschreiben für eine Ausbildung zum Dachdecker verfasst.

Was hier wirklich nicht zu groß betont werden kann, ist, dass es sich wirklich nur um ein Muster handelt und dir einen Einblick in die ganze Angelegenheit eines Motivationsschreibens geben soll. Wo die individuelle Motivation bei jedem Einzelnen liegt, ist natürlich vollkommen abhängig von der Person und kann nicht einfach pauschalisiert werden.

Downloadlinks: Motivationsschreiben Muster

Kostenlose Vorlagen für dein Motivationsschreiben kannst du hier herunterladen.

Das Muster-Motivationsschreiben im unteren Kasten kannst du verwenden und bearbeiten wie du möchtest. Spiele ruhig ein bisschen herum, werde kreativ und wenn du fertig bist kannst du den Text einfach kopieren und in deine Bewerbung einfügen.

Michael Beispiel
Beispielstraße 23
14258 Beispielort
[email protected]
9876 543210

Unternehmen des Beispiels
Musterabteilung
Beispielstraße 23B
14258 Beispielstadt

Was mich für die Ausbildung zum Dachdecker qualifiziert?

Beispiel, den TT.MM.JJJJ

Sehr geehrte/r Frau/Herr _____________

Als Kind wusste ich, dass ich später mal etwas mit meinen Händen herstellen möchte und schon damals habe ich immer mit Ehrfurcht nach oben geschaut und bestaunt, wie Sie mit stets sicherem Schritt in luftigen Höhen ihrer Arbeit nachgehen. Als Auszubildender in Ihrem Unternehmen kann ich diese beiden Kindheitserinnerungen miteinander kombinieren und gleichzeitig ein heimatverbundenes Familienunternehmen unterstützen.

Abgesehen von der ehrlichen Bewunderung für den Beruf des Dachdeckers bringe ich natürlich noch viele weitere Qualifikationen mit, die mich zu einem qualifizierten Auszubildenden und darüber hinaus machen. In der Schule zählt neben dem Werken auch Mathematik zu meinen stärksten Fächern. Außerdem durfte ich bereits während meines Pflichtpraktikums erste Erfahrungen auf einer Baustelle als Elektriker sammeln.

An einer sehr wichtigen Sache mangelt es mir definitiv nicht, die, meiner Meinung nach, essenziell für die Ausbildung und auch den späteren Job ist: Motivation! Bei einem Vorstellungsgespräch überzeuge ich Sie sehr gerne nochmals persönlich von meinen Qualifikationen und Kompetenzen.

Mit freundlichen Grüßen

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Michael Beispiel Beispielort, den TT.MM.JJJJ

5. Don'ts beim Motivationsschreiben

Hier nun nochmal einige Punkte, die du in deinem Motivationsschreiben vermeiden solltest.

  • Floskeln & Phrasen! Sie sind veraltet, abgenutzt und wirken wenig kreativ
  • Zu viel Eigenlob stinkt! Ja, du sollst deine Stärken hervorheben, aber niemand ist perfekt und Eigenlob wirkt arrogant und selbstverliebt.
  • Zu kurz - zu lang! Das Schreiben sollte zwischen einer halben und ganzen DIN-A4 Seite lang sein. Sollte dein Motivationsschreiben kürzer sein, denk lieber nochmal darüber nach dein Anschreiben zu überarbeiten. Alles was länger ist, sollte auf eine Seite gekürzt werden.
  • Aufzählungen! Auch wenn du deine Fähigkeiten herausstellen sollst, solltest du diese nicht einfach stumpf aufzählen. Belege sie stattdessen lieber mit Beispielen aus deinem Leben.
  • Niemals betteln! Ein Personaler kann Verzweiflung förmlich riechen. Statt zu sagen, warum die Ausbildung dir so wichtig ist, mache deutlich, warum du wichtig für die Stelle bist.
  • Rechtschreibfehler! Microsoft Word findet leider auch nicht alles. Lasse lieber deine Familie und/oder Freunde noch einmal drüber lesen.

6. Fazit

Es ist gar nicht so kompliziert ein Motivationsschreiben zu verfassen. Abgesehen vom Inhalt gibt es auch gar nicht so viele Vorgaben, die es zu beachten gilt. Worauf du achten musst ist die Adresszeile am Anfang und die Grußformel am Ende. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Motivationsschreibens ist auch ganz schnell beantwortet. Ist es gefordert, wird es geschrieben. Ist es freiwillig, dann ist es nur sinnvoll eine dritte Seite zu verfassen, wenn sie mindestens eine halbe Seite lang ist, eine voll DIN-A4 Seite aber nicht überschreitet.

Inhaltlich geht es – ähnlich, wie beim Anschreiben – darum, dich zu verkaufen. Achte dabei darauf, dass du dem Ausbildungsbetrieb nicht das Blaue vom Himmel versprichst und dann nachher nicht abliefern kannst.

Sei kreativ beim Schreiben, denn obwohl Kreativität auch mal nach hinten los gehen kann, musst DU dich mit wem was du schreibst wohlfühlen, denn nur dann bist du authentisch.


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