Was ist ein Assessment-Center? Übungen, Vorbereitungen und Tipps

Assessment-Center bestehen aus vier Phasen, in denen du auf Herz und Nieren auf deine fachlichen und persönlichen Kompetenzen getestet wirst. Welche Teile so ein Assessment-Center beinhaltet, wie der typische Ablauf ist und wie du ein Assessment-Center erfolgreich meisterst, findest du hier auf Jobs-regional.

Assessment Center

Infos und Tipps für dein Assessment-Center

Assessment-Center werde gerade in größeren Unternehmen genutzt, um geeignete Kandidaten zu finden. Dabei werden die Teilnehmer mit unterschiedlichen Aufgaben konfrontiert, die es zu lösen gilt. Aber welches Ziel hat so ein Assessment-Center genau? Ganz simpel: Unternehmen wollen herausfinden, wer nicht nur fachlich, sondern auch persönlich optimal zur Stelle und zum Unternehmen passt. Jobs-regional gibt dir hier ein paar wichtige Tipps, wie du bei einem Assessment-Center überzeugen kannst.

1. Definition: Assessment-Center

Check

Was ist ein Assessment-Center?

Unter einem Assessment-Center – kurz AC – versteht man ein eignungsdiagnostisches Verfahren, bei dem Kandidaten hinsichtlich ihrer Eignung für bestimmte Positionen – zum Beispiel eine Ausbildungsstelle – beurteilt werden.

Dieses Auswahlverfahren wird entweder durch das Unternehmen selbst organisiert und durchgeführt oder durch außenstehende Experten unterstützt und geleitet. Bei ACs werden die Kandidaten entweder einzeln oder in Gruppen auf die Probe gestellt. Zu den üblichen Aufgaben in einem Assessment-Center zählen: Tests, Plan- und Rollenspiele oder Auswahlgespräche. Weiterhin können die Kandidaten mit Fallstudien, Postkorbübungen oder Kompetenztests konfrontiert werden.

Mit einer Dauer von bis zu drei Tagen kann so ein AC ganz schön viel Zeit in Anspruch nehmen. Allerdings handelt es sich hierbei um gut investierte Zeit, denn die Erfahrung, die du aus so einem AC mitnimmst, kommt dir auf jeden Fall zugute.

Synonyme fürs Assessment-Center

  • Auswahl-/Beurteilungsseminar
  • Eignungstest
  • Auswahlverfahren
  • Qualifizierungs-Workshop
  • Kennenlerntag
  • Bewerberrunde
  • Profil-Workshop
Auf der Suche nach einem Job in deiner Region?
Browse jetzt alle offene Stellen
Jobs durchsuchen
Drop_animation

Häufig gestellte Fragen

Wann ist ein Assessment-Center sinnvoll?

Es kommt darauf an. Hat man viele Bewerber auf wenige – z. B. 2-3 – Stellen, dann ist ein Assessment-Center sinnvoll. Hat man insgesamt nur wenige Bewerber, dann würden die Kosten für ein AC wahrscheinlich den Rahmen sprengen.

Wie läuft ein Assessment-Center ab?

ACs können ganz unterschiedlich ablaufen. Was immer dazu gehört ist die Begrüßung zu Beginn und das Abschlussgespräch am Ende, dazwischen finden verschiedene Einzel- oder Gruppenübungen statt. Einen exemplarischen Ablauf findet ihr unten im Text unter Typischer Ablauf.

Was zieht man zu einem Assessment-Center an?

Wie auch beim Bewerbungsgespräch gilt, lieber over- als underdressed. Aber auch hier gilt, es kommt immer ganz auf die Ausbildungsstelle an. Vor allem sollte die Kleidung gemütlich sein, da du einige Zeit in deinen Klamotten verbringen musst.

Warum wird ein Assessment-Center durchgeführt?

Ein AC wird durchgeführt, um den bestmöglichen Kandidaten für eine Stelle zu finden, der sowohl fachlich als auch charakterlich gut ins Team passt. Beim AC geht es hauptsächlich darum, die Soft-Skills der Kandidaten auf die Probe zu stellen.

2. Welche Skills werden in einem Assessment-Center geprüft?

Im Assessment-Center geht es weniger um dein fachliches Wissen und mehr darum welche Soft-Skills du an den Tag legst. Deine fachlichen Kompetenzen werden meist nur in einem geringeren Umfang abgefragt, da sich diese bereits in deinem Lebenslauf widerspiegeln. Dazu wirst du während des ganzen AC von Personalern beobachtet – auch zwischen den Aufgaben. Zu den beobachteten Soft-Skills gehören Zwischenmenschliche, Administrative, Analytische Skills sowie dein Leistungsverhalten.

Skills im Assessment-Center

Zwischenmenschliche Skills Administrative Skills Analytische Skills Leistungsverhalten
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Überzeugungskraft
  • Durchsetzugsvermögen
  • Konflikt- und Problemlösefähigkeiten
  • Teamfähigkeit & Kooperationsvermögen
  • Kontakt- & Sozialverhalten
  • Einfühlungsvermögen
  • Menschenkenntnis
  • Offenheit
  • Interesse
  • Selbsteinschätzung
  • Reflexionsvermögen
  • Entscheidungsfähigkeit
  • Entscheidungsverhalten
  • Delegationsfähigkeit
  • Setzen von Prioritäten
  • Organisations- und Planungsfähigkeit
  • strukturiertes Denken
  • Kombinations- & Analysefähigkeit
  • Einsatz- & Leistungsbereitschaft
  • Motivation
  • Unternehmerisches Denken
  • Zielstrebigkeit
  • Zielorientierung
  • Ausdauer
  • Belastbarkeit
  • Selbstorganisation
  • Zeitmanagement
  • Kreativität
  • Flexibilität & Mobilität

3. Typischer Ablauf eines Assessment-Centers

Bei Assessment-Centern gibt es keinen festgeschriebenen Zeitplan. Abgesehen von der Begrüßung und den Abschlussgesprächen, können die Aufgaben die gestellt werden von AC zu AC variieren. Wir haben euch hier mal einen exemplarischen Ablaufplan eines ein-tägigen ACs zusammengestellt.

4. Aufgaben in einem Assessment-Center

Welche Aufgaben in einem AC gestellt werden, hängen ganz vom Unternehmen und der zu besetzenden Stelle ab. Hast du dich zum Beispiel auf eine Ausbildungs als Bankkaufmann beworben, dann wirst du sehr wahrscheinlich mit Präsentationen und Rollenspielen konfrontiert werden. Dadurch können die Personaler erkennen, ob du dich gut präsentieren kannst, ein gutes Ausdrucksvermögen hast und wie du im Rollenspiel, z. B. mit Kunden umgehst. Als Bewerber auf die Stelle des Kaufmanns für Büromanagement – auch Bürokaufmann genannt – wirst du wahrscheinlich eher durch Postkorb-Übungen auf dein Organisationstalent hin geprüft werden. Auf die vier größten Aufgabenblöcke eines AC gehen wir unten noch genauer ein.

Zu den „kleineren“ Testteilen gehören zum Beispiel schriftliche Tests, die deine fachlichen Skills und deine Konzentrationsfähigkeit überprüfen sollen. Zu den schriftlichen Tests zählen auch die Persönlichkeitstests, die in einem Assessment-Center durchgeführt werden können. Diese dienen dazu, die Beobachtungen zu deiner Person zu untermalen und zu erweitern. Hierbei geht es vorrangig darum, zu sehen, ob du in das bestehende Team hineinpasst und dich dort gut zurechtfinden würdest. So ein Persönlichkeitstest kann zum Beispiel daraus bestehen, dass dir eine Situation geschildert wird, in der etwas passiert oder jemand etwas sagt und du sollst unter einer Auswahl von Antworten, diejenige auswählen, die am ehesten zu dem passt, was du sagen würdest.

Auch Logiktests oder Intelligenztests zählen zu diesen schriftlichen Aufgaben. Wie der Name schon sagt, geht es bei einem Intelligenztest darum, deinen IQ zu erfassen. Hierfür bearbeitest du Aufgaben, die unterschiedliche Schwerpunkte haben. Einige Aufgaben beziehen sich auf dein logisch-mathematisches, das verbal-linguistische und das räumlich-mechanische Verständnis.

Wenn dein sprachliches Verständnis nur zweitrangig ist, wird gerne auf sogenannte Logiktests zurückgegriffen, die eher darauf abzielen, dein mathematisches und räumliches Verständnis abzufragen. Hierbei werden dir Aufgaben gestellt, die überprüfen sollen, ob du „um die Ecke“ denken kannst. Gerne kommen hier psychometrische Tests zur mentalen Rotation zur Anwendung, bei denen es darum geht, eine oder mehrere Figuren im Kopf zu drehen und eine Aussage darüber zu treffen, ob diese Figuren identisch zu einer Referenzfigur sind. Weitere Aufgaben bei einem Logiktest können Zahlen- oder Sinn-Folgen sein. Bei einer Zahlenfolge geht es darum, eine Abfolge von scheinbar willkürlichen Zahlen, auf mathematisch-logischer Basis, um eine oder zwei Stellen zu vervollständigen.

Auf der Suche nach einem Job in deiner Region?
Browse jetzt alle offene Stellen
Jobs durchsuchen
Drop_animation

4.1 Die (Selbst-)Präsentation

Bei der Selbstpräsentation geht es darum, dich in aller Kürze vorzustellen. Das kann entweder frei oder anhand einer Fragestellung geschehen. So eine Fragestellung kann zum Beispiel sein, dass du dich anhand deines Lieblingsreiseziels vorstellen sollst oder anhand deines größten Hobbys.

Es kann aber auch mal vorkommen, dass man sich gar nicht selber, sondern einen Mitbewerber vorstellen muss. Seltener kann es auch vorkommen, dass man ein zufälliges Thema vorstellen muss. Das Thema kann in dem Fall selbst gewählt sein oder es ist vorgegeben. Es können ganz banale Themen – wie „Käse“ – drankommen. Es sind aber auf jeden Fall Themen, die man mit einer geringen Vorbereitungszeit präsentieren kann. Bei einer Fremd- oder Themenpräsentation hast du in der Regel eine Vorbereitungszeit von 5 bis 10 Minuten. In dieser Zeit solltest du dir eine Struktur überlegen und die Präsentation aufbauen. Ob du hierzu Hilfsmittel nutzt, hängt von den gegebenen Möglichkeiten und deinen persönlichen Präferenzen ab.

Die Präsentationszeit beläuft sich dann auf etwa 3 – 5 Minuten. Eine Selbstpräsentation kannst du auch zu Hause schon vorbereiten. Mehr dazu findest du weiter unten im Abschnitt „Wie kann ich mich vorbereiten?“.

Bei dieser Aufgabe legen die Beobachter großen Wert auf deine Präsentationsfähigkeit, sowie deine Körperhaltung und Körpersprache.

4.2 Die Gruppendiskussion

Es gibt drei verschiedene Arten von Gruppendiskussionen. In der Regel werden bei allen Typen Gruppen von 4 bis 6 Personen gebildet. Beim ersten Typ geht es darum ein zufälliges Thema zu diskutieren, dass sich gerne auf die aktuellen Branchennews oder anderen politisch angehauchten Themen bezieht. Bei dem zweiten Typ geht es meist darum aus der Diskussion heraus eine Aufgabe zu bearbeiten. So soll zum Beispiel über ein Branchen relevantes Thema diskutiert und ein Handlungsplan erstellt werden, um mit dem Thema umzugehen. Gehen wir mal davon aus, dass du dich für eine Ausbildung zur Kosmetikerin beworben hast. Dann könnte zum Beispiel darum gehen, dass von der Regierung neue Hygienemaßnahmen vorgeschrieben wurden und ihr sollt nun darüber diskutieren, wie es diese umsetzbar sind und wie man diese Maßnahmen in den Arbeitsalltag implementieren kann.

Beim dritten Typ werden die Rollen zum Beispiel Pro und Contra an die Diskussionsmitglieder verteilt. Diese sollen sie einnehmen und aus dieser Position heraus für ihre Seite zu argumentieren.

Es gibt noch eine Unterscheidung, die man bei diesen Diskussionen machen kann. Eine Diskussion kann ohne einen Diskussionsleiter ablaufen, sodass jeder beteiligte frei reden kann. Im Gegensatz dazu steht die Diskussion, die von einem Moderator geleitet wird. Dieser soll darauf achten, dass die Diskussion gesittet abläuft und jeder eine Chance hat seine Argumente darzulegen.

Gruppendiskussionen dauern in der Regel zwischen 15 und 45 Minuten. Währenddessen achten die Beobachter vor allem auf das spezielle Diskussionsverhalten, das Durchsetzungsvermögen, die Argumentationsfähigkeit und – vor allem in führerlosen Diskussionen – auf das Verhalten des einzelnen in der Gruppe. Gerade bei diesen stellt sich nämlich schnell heraus, ob man in einer Diskussion zu schüchtern ist, nichts sagt und seine Meinung nicht vertreten kann. Es gibt aber auch die, die zu präsent sind, andere nicht ausreden oder gar nicht erst zu Wort kommen lassen.

4.3 Das Rollenspiel

Beim Rollenspiel werden üblicherweise Situationen aus dem Arbeitsalltag nachgestellt, bei denen du dich in eine der beteiligten Parteien hineinversetzen musst. Gehen wir einmal davon aus, dass du dich für eine Ausbildung zum Industriekaufmann beworben hast, hier könnte im Rollenspiel deine Kundenorientierung zum Beispiel über ein Verkaufsgespräch oder eine Reklamation geprüft werden. Dabei sollst du dich in die Rolle des „Verkäufers“ versetzen und auf die Fragen, Wünsche und Beschwerden, des – durch einen Beobachter oder Mitbewerber – dargestellten Kunden eingehen.

Weitere Möglichkeiten eines Rollenspiels wären Mitarbeitergespräche, hierbei solltest du dich in die Rolle des Vorgesetzten hineinversetzen und sachlich, aber dennoch freundlich mit dem Mitarbeiter über seine Errungenschaften und Verfehlungen reden.

Durch diese Übung werden deine Diplomatie, Sensibilität, Flexibilität und deine sprachlichen Fähigkeiten getestet. Außerdem wird darauf geachtet, wie fair, standhaft und selbstsicher du in solchen, teils schwierigen Situationen bist.

Um dich auf diese Aufgabe vorzubereiten hast du 5 – 15 Minuten Zeit, die Übung selber dauert zwischen 10 und 30 Minuten.

4.4 Die Postkorbübung

Postkorbübungen sind allseits beliebt, um die Stressresistenz eines Bewerbers zu prüfen. Bei so einer Übung bekommst du etwa 20 Dokumente, die Aufgaben darstellen, die du in eine plausible und sinnvolle Bearbeitungsreihenfolge bringen musst.

Häufig wird diese Aufgabe vor allem in Assessment-Centern gestellt, bei denen der nächste Abteilungsleiter oder Manager gesucht wird. Aber auch für Ausbildungen kann diese Übung sinnvoll sein. Gehen wir mal davon aus, dass du eine Ausbildung zum Krankenpfleger beginnen möchtest. Es ist Nachtschicht und du und dein Ausbilder sind alleine auf der Station. Auf einmal blinken vier Lichter auf, denn vier Patienten verlangen nach eurer Hilfe. Du weißt, dass einer der vier um diese Zeit immer wach wird und auf die Toilette muss, aber nicht alleine aufstehen und gehen kann. Ein anderer hat immer Probleme mit der Technik in seiner Zimmer und hat vermutlich Probleme den Fernseher auszuschalten. Eine ältere Dame leidet regelmäßig unter Migräne und will wahrscheinlich eine Schmerztablette haben. Die letzte Patientin ist in der Dusche gefallen und hat sich vermutlich etwas gebrochen. Gleichzeitig klingelt das Telefon, die Anmeldung ruft an, ein Patient mit starken Bauchschmerzen - vermutlich Blinddarm – wartet unten auf Abholung.

Eine stressige Situation, nicht wahr? Im echten Leben hast du selten die Zeit dich hinzusetzen und dir eine sinnvolle Bearbeitungsreihenfolge überlegen, sondern musst blitzschnell handeln und deinen Instinkten folgen. Du hast zwar zwischen 45 und 60 Minuten Zeit die Aufgabe zu lösen, dafür hast du aber auch sehr viele Dokumente erhalten, die es zu bearbeiten gilt. Oft überschneiden sich dabei die Termine, die auf den Dokumenten angegeben ist.

Die Frage in der Postkorb-Übung ist also:

  • Was ist wichtig?
  • Was ist unwichtig?
  • Was muss dringend erledigt werden?
  • Was ist nicht dringend und hat noch Zeit?

Diese Fragen sind Teil des Eisenhower-Prinzip s, das wir weiter unten nochmal genauer erklären.

Bei so einer Postkorbübung geht es also darum, deine Stressresistenz, dein Zeitmanagement und dein Organisationstalent zu überprüfen. Es geht weniger darum, ob deine Entscheidungen die richtigen sind, sie sollten nur plausibel sein. Mach dir auch keinen Kopf, wenn du die Aufgabe nicht lösen kannst. Oft genug sind Postkorbübungen so gestaltet, dass du sie nicht schaffen kannst.

Check

Das Eisenhower Prinzip

Das Eisenhower-Prinzip ist eine Matrix zur Organisation von Aufgaben, die auf den zwei oben genannten Fragen beruht und dadurch in vier Quadranten eingeteilt wird. Wie in dem Beispiel unten deutlich wird, teilen sich die vier Quadranten auf in:

  1. Eine Aufgabe ist unwichtig und nicht dringend: Es gibt eine Ankündigung für eine Neueröffnung eines Restaurants, bei der um Erscheinen gebeten wird.
  2. Eine Aufgabe ist wichtig, aber nicht dringend: Ein Arzttermin zum Beispiel ist etwas Wichtiges, kann aber gut und gerne auch ein oder zwei Wochen warten.
  3. Eine Aufgabe ist unwichtig, aber dringend: Der Chef sagt dir, dass für eine Tagung Catering organisiert werden muss. Du bist gerade dabei ein Angebot für einen Großkunden zu erstellen, dass bis zum Mittag rausmuss. Du bittest die Sekretärin darum sich, um diese Aufgabe zu kümmern.
  4. Eine Aufgabe ist wichtig und dringend: Ein Kunde betritt das Geschäft und möchte beraten werden. Du übernimmst diese Aufgabe.

4.5 Das Interview

Das Interview, das während eines Assessment-Centers geführt werden kann, ähnelt sehr einem klassischen Vorstellungsgespräch. Wie auch beim Bewerbungsgespräch sitzen dir hier 1,2 oder mehr Personalverantwortliche gegenüber, die dir Fragen über deine Person, Erfahrungen und Kenntnisse stellen. Oft geht es aber weniger um deine fachlichen Skills, sondern mehr darum deine Stärken und Schwächen, deine Interessen und deine Einstellung und Meinung kennenzulernen. Aus den gesammelten Informationen versuchen deine Interviewer dein zukünftiges Verhalten abzuschätzen.

Für Fragen, die dir häufig während dieses Interviews und generell während des Assessment-Centers gestellt werden können, schau in Abschnitt 5. Typische Fragen vorbei.

4.6 Das Abschlussgespräch

Das Abschlussgespräch rundet das Auswahlverfahren ab. Oft findet es bereits am Abend des Assessment-Centers statt. Manchmal dauert es auch einige Tage bis sich die Verantwortlichen telefonisch melden. In jedem Fall dient das Abschlussgespräch als Feedback für dich und gibt dir eventuell schon Hinweise auf deine Aussichten auf den Ausbildungsplatz. Wie das AC im Allgemeinen geht es hier auch wenig um deine fachlichen Kompetenzen, sondern darum, wie du dich persönlich im AC gezeigt und verhalten hast. Auch im Abschlussgespräch werden die Fragen zum AC gestellt, wie du dich selber einschätzt, wie es dir gefallen hat und wie du deine Mitbewerber einschätzt. Weitere Fragen findest du im folgenden Abschnitt.

5. Typische Fragen

Diese Fragen werden dir üblicherweise nur im Interview begegnen, sie können aber auch während des Assessment-Centers oder in den Pausen gestellt werden. Wie beim Vorstellungsgespräch gibt es auch hier unzulässige Fragen, die deine Familienplanung, deine Parteizugehörigkeit und deine Konfession erfragen. In der Folgenden Liste findest du einige Fragen, die nah an der Realität sind und dazu dienen deine verschiedenen Charaktereigenschaften und Einstellungen zu erfragen.

  • Wie stellst du dir deine berufliche Laufbahn vor?

    Der Prüfer möchte in Erfahrung bringen, ob du dir schon Gedanken über deine Zukunft gemacht hast. Er möchte wissen wie langfristig du planen kannst und ob du genaue Vorstellungen über das hast, was deine berufliche Zukunft bringen soll.

  • Was kann dich richtig ärgerlich machen?

    Mit dieser Frage möchte der Prüfer herausfinden, ob du ehrlich zu dir selbst sein kannst und reflektiert bist. Wenn du auf diese Frage eine Antwort gibst ist es wichtig, dass du auch darauf eingehst, wie du das Problem in diesem Fall löst oder wie du an dir selber arbeiten willst.

  • Wie zufrieden bist du mit deiner Leistung?

    Auch hier geht es darum zu sehen wie reflektiert du bist. Sei bei deiner Antwort ehrlich. Gehe auf Dinge ein, die du gut gemacht hast, versuche aber auch deine Fehler zu reflektieren und gehe darauf ein, wie du vermeiden kannst das diese wieder auftreten.

  • Wie beurteilst du deine Mitbewerber?

    Achtung! Diese Frage kann gefährlich sein. Versuche in deiner Antwort nicht dich selbst zu profilieren, denn Eigenlob stinkt. Sei ehrlich! Wenn du darauf eingehen willst, was deine Mitbewerber weniger gut gemacht haben, dann versuche dies in Form von konstruktiver Kritik zu tun, anstatt die anderen schlecht zu reden. Wenn dir etwas positiv aufgefallen ist, dann solltest du das auf jeden Fall auch äußern.

  • Worin hattest du Erfolg?

    Hier ist es Zeit dich in ein gutes Licht zu rücken. Wenn du etwas besonders gut gemacht hast, sei es schulisch oder im Sportverein, dann ist hier die Zeit diese Erfolge aufzuführen und zu erläutern, wie sie zu deiner persönlichen Entwicklung beigetragen haben.

  • Woran bist du gescheitert?

    Diese Frage ist schwierig zu beantworten, da man ungern zugibt welche Fehler man gemacht hat. Deshalb solltest du keine Fehler aufzählen, die allzu schwerwiegend sind. Du sollst aber auch nicht sagen, dass du noch nie einen Fehler gemacht hast. Stattdessen solltest du lieber einen kleinen Fehler aufzählen und erklären wie du damit umgegangen bist und was du daraus gelernt hast.

  • Was erwartest du von deinem Vorgesetzten?

    Hier solltest du ehrlich sein. Nenne Charaktereigenschaften, die du an einem Chef schätzen würdest, sowie Ehrlichkeit, Geduld und Verständnis. Hattest du schon mal einen Job und dein Chef war nicht das Gelbe vom Ei, solltest du hier nicht mit Ihm abrechnen, das wirft nur ein schlechtes Licht auf dich als Person.

  • Wie verhältst du dich, wenn eine schnelle Entscheidung notwendig ist?

    Der Prüfer will wissen, ob du in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrst und den Überblick behältst. Mache dem Interviewer deutlich, dass du dir alle Informationen durch den Kopf gehen lässt aber dennoch schnell und bestimmt handeln kann.

  • Wie kam es zum Berufswunsch?

    Im besten Fall hast du dir nicht in letzter Sekunde überlegt, dass du diese Ausbildung machen willst, sondern dich schon vorher mit den Inhalten und Anforderungen beschäftigt. Gehe auf deine Überlegungen ein und darauf, wie deine Fähigkeiten und Kompetenzen sich in dem Beruf widerspiegeln.

  • Welche Erwartungen hast du an die Ausbildung?

    Deine Antwort auf diese Frage zeigt dem Prüfer, ob du dich schon im Vorhinein mit den Anforderungen und Inhalten der Ausbildung auseinandergesetzt hast. Wenn du kannst, führe konkrete Beispiele, für das, auf was du lernen willst oder wo du deine Fähigkeiten noch weitreichender Ausbauen willst und wie dir die Ausbildung dabei helfen kann.

  • Welche Hobbys hast du und wie gestaltest du deine Freizeit?

    Bei der Beantwortung dieser Frage kannst du dich anhand deiner Hobbys definieren. Du kannst zum Beispiel hervorheben, wie deine Hobbys und Freizeitaktivitäten deine Skills fördern.

  • Wie reagierst du auf Stress und wie gehst du damit um?

    Der Interviewer möchte wissen, wie du mit Stress umgehst. Verlierst du den Kopf oder bleibst du ruhig und überlegt? Hast du eine Strategie, um stressige Situationen zu entzerren? Belege anhand von Beispielen, was du tust, wenn Stress aufkommt.

6. Wie kann ich mich vorbereiten?

Vorbereitung, sowohl für das Assessment-Center wie auch für ein Vorstellungsgespräch das A und O. Plane daher deinen Weg schon im Voraus und versuche mögliche Verspätungen mit einzubeziehen. Pünktlichkeit ist ein absolutes muss, trotzdem solltest du nicht schon 2 Stunden zu früh erscheinen.

Weiterhin solltest du dich schon vorher mit dem Unternehmen und der Branche beschäftigen und die Augen auf die aktuellen Branchennews richten. Gerade in den Gruppendiskussionen werden gerne Themen gewählt, die sich mit den aktuellen Thematiken der Branche beschäftigen.

Obwohl Assessment-Center meist eher für Führungs- und Managementpositionen abgehalten ist es auch für Ausbildungsberufe zuweilen sinnvoll ein AC abzuhalten. Gerade, wenn mehr als nur eine Ausbildungsstelle zu besetzen ist. Dafür solltest du dich bereits vorher schon einmal grob mit dem Ablauf eines Assessment-Centers und dem Aufbau und den Inhalten des theoretischen und praktischen Teils deiner Ausbildung, sowie den Anforderungen für die Ausbildung beschäftigen.

Bei der Kleiderwahl solltest du darauf achten, dass du dich klassisch, schick anziehst, dabei aber darauf achtest, dass deine Klamotten bequem sind, da du sie den ganzen Tag tragen wirst. Sollte ein AC länger als einen Tag dauern, dann Stelle sicher, dass dein zweites Outfit im gleichen Stil ist wie das erste.

In der Regel sollte bei einem Assessment-Center für Essen gesorgt sein. Trotzdem solltest du dir vorsorglich zumindest eine Flasche Wasser und ein Brötchen mitnehmen oder dir für die Mittagspause einen Bäcker heraussuchen, der in der Nähe ist.

Da Präsentationen in sämtlichen Formen ein beliebtes Mittel sind um dich zu testen, kannst du zu Hause bereits vor deinen Eltern oder Freunden üben frei zu sprechen. Versuche dir hierbei kürze und längere Präsentationen zu überlegen und achte darauf, dass du dich an die zeitlichen Vorgaben hältst – in der Regel zwischen 3 und 5 Minuten. Überlege dir im Vorhinein eine Struktur, versuche aber auf technische Hilfsmittel zu verzichten, denn du weißt nie, welche Technik am Austragungsort des Assessment-Centers vorhanden ist.

Weiterhin solltest du dich auf gängige – auch in Vorstellungsgesprächen gestellte – Fragen vorbereiten und deine Stärken und Schwächen analysieren. Trotz all der Vorbereitung solltest du nicht alles einfach auswendig merken und rezitieren, sondern natürlich, offen und aufgeschlossen gegenüber den Menschen sein, denen du im AC begegnest.

Auf der Suche nach einem Job in deiner Region?
Browse jetzt alle offene Stellen
Jobs durchsuchen
Drop_animation

7. Fazit

Assessment-Center sind langwierig und aufwendig. Sie verlangen viel Konzentration und Aufmerksamkeit sowohl von dir als auch von den Beobachtern. Diese achten während des gesamten AC nicht nur auf deine Fähigkeiten, sondern hauptsächlich auf deine Körpersprache und deine Soft Skills. Gib also acht darauf, wie du dich zeigst, denn dein Fachwissen ist bei einem Assessment-Center nur zweitrangig. Zu deiner Körpersprache gehört auch, dass du dich dementsprechend kleidest.

Für alle Übungen, die in einem AC drankommen können, kannst du dich in der Regel gut vorbereiten und schon zu Hause üben, wie du deine Selbstpräsentation hältst oder eine Postkorbübung machst.

Das Wichtigste bei einem AC ist, dass du wirklich du selbst bist und nicht anfängst schau zu spielen. Sei reflektiert und ehrlich, sowohl zu dir und über dich selbst als auch zu deinen Mitbewerbern und den Beobachtern.

Quellen:

Beliebteste Artikel

Interessante Artikel die Dich interessieren können


arrow_drop_down
Inhaltsverzeichnis