Vorstellungsgespräch deiner Ausbildung: so klappt's Tipps und Beispielfragen

Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch löst in den unterschiedlichen Menschen unterschiedlichsten Emotionen aus. Zunächst wird sich wohl jeder über die guten Nachrichten freuen, je näher der Termin aber rückt, desto nervöser wird wohl der ein oder andere werden. Wenn du wissen willst wie du dich Vorbereitest, was du am besten anziehst und was du sonst noch wissen solltest, dann bist du hier genau richtig.

Vorstellungsgespräch Ausbildung

Wie bereite ich mich auf mein Vorstellungsgespräch vor?

Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ist der erste Schritt in Richtung Wunschausbildung. Für viele bedeutet die Einladung aber auch Stress oder Panik. Was zieht man an? Wie bereitet man sich vor? Welche Fragen werden gestellt? Wie antworte ich, um mich am besten zu verkaufen? Antworten auf all diese Fragen liefern wir dir in diesem Artikel.

1. Das Vorstellungsgespräch für deine Ausbildungsstelle

Das Vorstellungsgespräch ist nach der Ausbildungsbewerbung der nächste große Schritt zu deiner Wunschausbildung. Während des Gesprächs gibt es einige Dinge, die du beachten solltest. Der Dresscode ist wohl eines der schwierigsten Themen. Wie so oft im Leben gilt auch beim Bewerbungsgespräch generell das Motto „dress to impress“. Was du allerdings trägst, um zu beeindrucken ist stark branchenabhängig. So solltest du in konservativen Berufen – wie der Banken- oder Versicherungsbranche – im Anzug oder Kostüm, mit Lederschuhen und kurzen bzw. zusammengebundenen Haaren erscheinen.

Bei einem Gespräch für eine Friseur- oder Erzieherausbildung hingegen kannst du dich auch etwas legerer kleiden. So ist es hier vollkommen in Ordnung mit einer sauberen, schicken Jeans, einem Hemd und Jackett bzw. Bluse und Blazer zum Bewerbungsgespräch zu erscheinen. Auf Sneaker solltest du verzichten und auch hier auf ein Paar schöne Lederschuhe setzen.

Egal für welche Ausbildung du dich entschieden hast, für Schmuck gilt, weniger ist mehr. Im Bewerbungsgespräch solltest du Piercings und Tattoos zunächst abdecken, kannst aber während des Gesprächs herausfinden wie das Unternehmen zu Körperschmuck steht. Im Folgenden findest du noch ein Paar Do’s and Don’ts auf die du achten solltest.

Check

Do’s beim Vorstellungsgespräch

  • Begrüße alle Anwesenden mit einem angenehm festen Händedruck
  • Achte auf deine Körperhaltung
  • Sei offen über deine Aufregung
  • Sei vorbereitet
  • Sei freundlich und aufmerksam
Check

Don’ts beim Vorstellungsgespräch

  • Zu spät kommen
  • Herumhampeln oder mit dem Stuhl wippen
  • Die Eltern mitnehmen
  • Nach Urlaub fragen
  • Underdressed erscheinen
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Häufig gestellte Fragen

Wie bereite ich mich am besten auf ein Vorstellungsgespräch vor?

Am besten ist es, wenn du dich schon im Vorfeld online über das Unternehmen informierst und dir einige interessante Fakten herausschreibst. Mache dir Stichpunkte darüber was du während deiner Selbstpräsentation sagen willst. Übe das Bewerbungsgespräch mit Eltern, Geschwistern oder Freunden. Plane schon im Vorfeld was du tragen willst und wie und wann du beim Gespräch ankommst.

Was anziehen bei einem Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung?

Der Dresscode ist ein schwieriges Thema. Die gewünschte Kleidung ist stark abhängig von der Branche. Kleide dich lieber ein wenig förmlicher als du es eigentlich tun würdest. Wofür auch immer du dich am Ende entscheidest, gilt: was du trägst sollte nicht nur zur Stelle, sondern auch zu deiner Persönlichkeit passen. Achte in jedem Fall darauf, dass deine Kleidung sauber und faltenfrei ist.

Wie lange dauert ein Vorstellungsgespräch in der Regel?

Ein Bewerbungsgespräch dauert normalerweise zwischen 30 und 60 Minuten. Dabei ist das Vorstellungsgespräch in fünf Phasen unterteilt. Der Small-Talk dauert etwa fünf Minuten, das persönliche Kennenlernen ca. 15 Minuten, die Präsentation der Firma knapp zehn Minuten, für Bewerberfragen werden etwa fünf bis zehn Minuten eingeräumt und für die Verabschiedung noch einmal fünf Minuten eingeplant.

2. Tipps zur Vorbereitung deines Bewerbungsgespräches

Um dich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten, solltest du dich auf der Website des Unternehmens informieren und dir Fragen herausschreiben, die dir auf der Seite nicht beantwortet werden konnten. Wenn du dieses Wissen im Vorstellungsgespräch einbringen kannst hinterlässt das einen guten Eindruck beim Personaler und zeugt von echtem Interesse in dem Unternehmen zu arbeiten.

Überlege dir am besten schon vorher wie du am besten zum Bewerbungsgespräch kommst, ob du den Zug, den Bus nimmst oder mit dem Auto fährst. Plane die Strecke im Voraus und achte darauf, dass du nicht zu spät kommst. Sei am besten 15-20 Minuten früher da.

Tipps für Bewerbungsgespräch auf einen Blick:

  • Durchsuche die Unternehmenswebsite
  • Plane im Voraus deine Anreise
  • Überlege vorher was du anziehen wirst
  • Übe in einem Gespräch mit deinen Eltern
  • Schreibe typische Fragen und deine Antworten stichpunktartig auf

3. Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Fragekategorien im Vorstellungsgespräch

Welche Fragekategorien es gibt und was diese Fragen bezwecken erfährst du unten. Nachdem wir dir die Fragekategorien vorgestellt haben findest du unten eine PDF-Datei zum Download in der wir dir Beispiele für Fragen und mögliche Antworten geben.

  • Offene Fragen

    Offene Fragen sind W-Fragen. Auf alle Fragen die mit was, wer, wie, wo, wann oder warum beginnen solltest du mit ganzen Sätzen antworten. Aber auch andere Fragen können offen sein.

  • Geschlossene Fragen

    Auf geschlossene Fragen reicht meist eine kurze Antwort. Oftmals reicht schon ein ja, nein, oder vielleicht. Du kannst eventuell noch eine kurze Erklärung anhängen, aber werde nicht zu ausschweifend.

  • Alternativfragen

    Alternativfragen oder unechte Fragen geben dir schon in der Fragestellung zwei Antwortmöglichkeiten. Sei dir bewusst, dass du keine der Antwortmöglichkeiten wählen musst. Du solltest ehrlich auf die Frage antworten und dich nicht dazu gezwungen fühlen eine der Möglichkeiten zu wählen.

  • Suggestivfragen

    Mit Suggestivfragen versucht ein Personaler dich in eine bestimmte Richtung zu drängen und dich damit aufs Glatteis zu führen. Oft scheint es so als sei die Antwort direkt in der Frage mitgeliefert. Aber hier solltest du vorsichtig sein, denn oft will der Personaler mit diesen Fragen deine Meinung und deine Standhaftigkeit testen.

  • Projektive Fragen

    Bei Projektiven Fragen geht es darum den Standpunkt einer anderen Person einzunehmen und dich selbst aus ihrer Perspektive zu beschreiben. Hiermit will ein Personaler deine Selbsteinschätzung, Ehrlichkeit und Empathie testen.

  • Motivierende Fragen

    Bei motivierenden Fragen will der Personaler deine persönliche Meinung oder Einschätzung zu einem Thema herausfinden. Er stellt hierbei allerdings keine direkte Frage. Stattdessen sendet er vor seiner Frage ein Lob oder Anerkennung in deine Richtung. Damit will er erreichen, dass du dich öffnest und deine tatsächliche Meinung kundtust.

  • Mehrfachfragen

    Durch Mehrfachfragen will ein Personaler deine Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit testen. Hierzu reiht er mehrere Fragen oder Aussagen aneinander, die alle auf das gleiche oder ein ähnliches Thema abzielen. Du musst nicht auf jede einzelne Frage eingehen, solltest aber dennoch in deiner Antwort das Thema aufgreifen und zumindest eine Frage oder Aussage direkt kommentieren.

  • Fangfragen

    Fangfragen wirken zunächst harmlos. Oft will der Personaler mit dieser Frage bezwecken, dass du Informationen preisgibst, die du bei einer direkten Frage nicht herausrücken würdest. Wenn du eine Fangfrage erkennst, dann nimm dir kurz Zeit und denke genau über deine Antwort nach.

  • Provokative Fragen

    Das Ziel einer provokativen Frage ist es dich zu verunsichern. Hierbei geht es weniger um den Inhalt deiner Antwort als um die Reaktion, die du auf die Frage zeigst. Auch wenn du im ersten Moment verdutzt sein wirst, gilt es souverän zu bleiben. Gehe nicht auf die Provokation in der Frage ein.

  • Verbotene Fragen

    Es gibt Fragen in Bewerbungsgesprächen, die du in den wenigsten Fällen beantworten musst. So darf z. B. ein Personaler, der nicht in einer kirchlichen Einrichtung arbeitet, dich nicht nach deiner Konfession oder Religiosität fragen. Gleichermaßen dürfen auch nur Parteien deine Parteizugehörigkeit erfragen.

    Fragen die generell nicht gestellt werden dürfen sind solche, die zum Beispiel Familienplanung betreffen. Wenn also ein Personaler im Bewerbungsgespräch nach Schwangerschaftswünschen fragt, solltest du auf keinen Fall eine Auskunft geben, ob nun eine Schwangerschaft geplant ist oder nicht. Weitere kritische Fragen sind die, die deine Gesundheit betreffen. Sollte dich ein Personaler nach deiner Krankheitsgeschichte oder chronischen Krankheiten fragen, so musst du nicht antworten.

    Einzige Ausnahme hierbei ist: Wenn du tatsächlich eine körperliche Beeinträchtigung in Form einer (chronischen) Krankheit hast, die sich negativ auf deine Arbeit auswirken könnte.

    In unserem Fragenkatalog haben wir zu jeder Fragenkategorie reale Fragen zusammengestellt und eine kurze, mögliche Antwort darauf formuliert.

Fragen aus realen Vorstellungsgesprächen

Riesig lange Listen mit theoretisch möglichen Fragen während eines Vorstellungsgespräches findet im Internet ohne Ende. Viele dieser Aufzählungen erhalten leider wirklich absurde Fragen, die mit Sicherheit nicht in die Situation eines Vorstellungsgesprächs passen.

Wir haben uns die Mühe gemacht, wirkliche Fragen aus realen Vorstellungsgesprächen zu sammeln und eine aus unserer Sicht passende Antwort darauf zu formulieren. Die Antworten sind natürlich nicht auf die Allgemeinheit übertragbar und treffen nicht auf jeden zu, aber eine mögliche Richtung der Antwort kann man schon bestimmen.

Also mach dir mal den Spaß und beantworte die Fragen erste persönlich und schau dir dann an, was wir uns für Gedanken zur Antwort gemacht haben.

Bewerberfragen

Gegenfragen des Bewerbers werden im Bewerbungsgespräch gerne gesehen. Das zeigt dem Personaler, dass du dich intensiv mit dem Unternehmen beschäftigt hast. Allerdings solltest du keine Fragen stellen, die du selbst durch zwei oder drei Klicks auf der Website beantworten kannst. Gute Fragen sind zum Beispiel:

  1. Welche Anforderungen stellen Sie an Ihre Auszubildenden?
  2. Wie läuft die Einarbeitung für Auszubildende ab?
  3. Wie stehen die Chancen nach der Ausbildung übernommen zu werden?
  4. Wie sehen die nächsten Schritte im Auswahlverfahren aus? Wird es einen Einstellungstest/Assessment-Center/Probearbeitstag geben?
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Damit du sicherstellen kannst, dass du vorbereitet bist, haben wir hier für dich eine Checkliste erstellt, die alle wichtigen Punkte enthält. Wenn du diese einen Tag vorher abgearbeitet hast, solltest du im Gespräch keine Probleme haben.

Check

Bewerberfragen Checkliste:

  1. Welche/s Verkehrsmittel nutze ich für die Anreise?
  2. Habe ich die Anfahrt so geplant, dass ich spätestens 15-20 Minuten früher zum Termin erscheine?
  3. Habe ich für Verspätungsfälle eine Telefonnummer eingespeichert?
  4. Habe ich ein passendes Outfit rausgesucht?
  5. Sind meine Klamotten sauber und gebügelt?
  6. Brauche ich für den Notfall Wechselklamotten (wenn ja habe ich diese eingepackt)?
  7. Habe ich mich auf der Website informiert und Notizen gemacht?
  8. Habe ich gute Fragen aufgeschrieben, die ich mit ins Gespräch nehmen kann?
  9. Ist mein Notizheft, ein Stift und ggf. das Einladungsschreiben eingepackt?
  10. Habe ich meine Bewerbungsunterlagen eingepackt?
  11. Bin ich auf die einzelnen Fragentypen vorbereitet und weiß wie ich reagieren sollte?

Fazit

Ein Vorstellungsgespräch stellt für viele eine Stresssituation dar. Wenn du dich richtig vorbereitest und alles in Ruhe planst, gibt es allerdings keinen Grund zur Sorge. Selbst wenn es am Ende nicht für die Ausbildungsstelle reichen sollte, hast du dennoch das Gespräch souverän gemeistert, einen positiven Eindruck von dir hinterlassen, bist um eine Erfahrung reicher und durch die Übung im nächsten Gespräch nicht mehr so nervös.


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