Was ist eine Berufsschule und wie ist der Schulalltag aufgebaut? Dauer, Ablauf und Tipps für deine Berufsschulzeit

Die betriebliche Ausbildung ist in Deutschland die am meisten verbreitete Form der Erstausbildung nach Abschluss der Schulpflicht. Bei den meisten Ausbildungen erlernst du die eigentliche Theorie des Berufes in einer Berufsschule. Aber was genau ist denn eine Berufsschule? Wie ist der Ablauf und habe ich bestimmte Pflichten, die ich erfüllen muss? In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die Berufsschule wissen solltest.

Berufsschule

Alles über die Berufsschule

1. Definition und Überblick

Die Berufsschule bildet gemeinsam mit deinem Ausbildungsbetrieb das Modell der dualen Ausbildung. Bei diesem Modell werden Jugendliche an beiden Lernorten für einen anerkannten Ausbildungsberuf geschult. In der Regel verbringst du ein Drittel deiner Ausbildungszeit in der Berufsschule und zwei Drittel im Ausbildungsbetrieb.

Bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen entscheiden seit jeher die Ausbildungsbetriebe, bei denen du auch deinen Vertrag unterschreibst. Ausgehend von den in der Region unterschriebenen Verträgen und Ausbildungsberufen richtet sich der Umfang an Fachklassen und das Unterrichtsangebot. Die Berufsschulen sind also dafür zuständig, die regionale Wirtschaft und die betriebliche Ausbildung zu unterstützen. Sie sind dafür verantwortlich ein Bildungsangebot bereitzustellen, das während der Berufstätigkeit die Ausbildungsphase unterstützt.

In der Regel wirst du als Auszubildender einer der Berufsschulen zugeschrieben, die sich im selben Schulbezirk wie dein Ausbildungsbetrieb befindet. Solltest du eine Berufsschule – zum Beispiel – näher an deinem Wohnort haben, die das gleiche Fachangebot bietet, kannst du aber auch nach Absprache mit deinem Betrieb und der entsprechenden Berufsschule an deren Unterricht teilnehmen, um deine Wege möglichst kurz zu halten. Berufsschulen können aber neben der regionalen Zuständigkeit auch fachlich zugeordnet sein. Je nachdem welche Ausbildung du machst, kann es also sein, dass du für den Unterricht in der Berufsschule einige Kilometer zurücklegen, in eine andere Stadt oder gar in ein anderes Bundesland reisen musst.

Anders ist das bei schulischen Ausbildungen, die, abgesehen von Praktika, hauptsächlich in der Berufsschule stattfinden und sehr auf Theorie basieren. Bei der schulischen Ausbildung wirst du nicht von deinem Ausbildungsbetrieb einer Schule zugewiesen, sondern musst dich bei der Berufsschule selbst bewerben.

In der Regel fallen sowohl bei dualer als auch bei schulischer Ausbildung keine Kosten für den Besuch der Berufsschule an. Lernmaterialien werden von der Berufsschule gestellt und Werkzeuge, bzw. Werkmaterialien werden vom Ausbildungsbetrieb bereitgestellt. Musst du im Zuge der dualen Ausbildung zum Blockunterricht an eine weiter entfernte Berufsschule musst du zunächst selbst für Fahrtkosten und Unterkunft aufkommen, kannst diese aber in der Regel über eine Reisekostenabrechnung zurückverlangen.

Beispiele für duale und schulische Ausbildungen

Um den Unterschied zwischen der schulischen und dualen Ausbildung deutlich zu machen, findest du hier drei Ausbildungsberufe, die einen unterschiedlichen Schwerpunkt auf die Zeit in der Berufsschule legen.

In der Ausbildung zum Bauzeichner findest du ein Beispiel für eine klassische duale Ausbildung. Die Lehre in der Berufsschule begleitet den praktischen Teil der Ausbildung, mit deren Inhalten. Dieser Beruf ist ein Beispiel für die typische Aufteilung von ein Drittel Unterricht zu zwei Drittel praktischer Ausbildung.
Die Ausbildung zum Physiotherapeuten findet hauptsächlich in der Schule statt. Allerdings arbeitest du auch hier in einer Physiotherapeutischen Praxis, die dir praktische Tätigkeiten näherbringt.
Die Ausbildung zum Erzieher ist ein Beispiel für eine klassische schulische Ausbildung. Du erlernst dein theoretisches Grundwissen während des Unterrichts und arbeitest nebenbei nicht in einem Betrieb. Praktische Erfahrung sammelst du über verschiedene Praktika, die zwischen sechs und vier Wochen dauern können. Zum Abschluss der Ausbildung muss dann noch ein Fachpraktisches Jahr abgelegt werden.
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Häufig gestellte Fragen

Welche Berufsschule ist für mich zuständig?

Im Normalfall werden Auszubildende den Berufsschulen zugewiesen, in deren Schulbezirk auch ihr Ausbildungsbetrieb liegt. Neben der regionalen gibt es aber auch fachliche Zuständigkeiten für einige Ausbildungsberufe.

Wie lange ist man in der Berufsschule?

Der Unterricht in der Berufsschule umfasst etwa acht bis zwölf Stunden die Woche. Er kann aber auch im Block stattfinden, sodass du einmal im Monat für eine ganze Woche in die Schule musst.

Wie läuft es in der Berufsschule?

Du besuchst die Berufsschule so lange, wie deine Ausbildung dauert. Sie begleitet den Inhalt deiner Ausbildung, vermittelt dir aber auch überfachliches Wissen – wie z. B. Fremdsprachen.

Ist die Berufsschule eine Hochschule?

Nein. Sie zählt zu den berufsbildenden Schulen und fallen damit in den sekundären Bildungsbereich – wird also wie die Klassen 11 – 13 eines Gymnasiums – als Oberstufe gewertet.

Wie lange dauert ein Tag in der Berufsschule?

Die Auszubildenden besuchen die Berufsschule an ein oder zwei Tagen in der Woche. Die Ausbildung kann auch in Zeitblöcke eingeteilt werden, die abwechseln in der Schule und im Betrieb bzw. im überbetrieblichen Bildungszentrum abgeleistet werden.

Wie lange darf man in der Berufsschule fehlen?

Hierfür gibt es keinen festen Tagessatz. Im Durchschnitt gilt, dass du nicht mehr als 10 – 15 Prozent der gesamten Ausbildungszeit fehlen solltest. Du solltest auf jeden Fall immer vom Arzt krankschreiben lassen, damit deine Fehlzeiten nicht unentschuldigt sind.

Was für einen Abschluss hat man nach der Berufsschule?

Am Ende des Besuchs der Berufsschule können folgende Abschlüsse erlangt werden: Der Sekundarabschluss 1, der erweiterte Sekundarabschluss 1 und die Fachoberschulreife.

2. Dauer

Der Unterricht an Berufsschulen findet in Teilzeitform statt. Dabei kann es sein, dass du für ein bis zwei Tage in der Woche zur Berufsschule gehst oder dass der Unterricht in Zeitblöcken durchgeführt wird. Dann wärst du z. B. für drei Wochen im Betrieb und besuchst dann für eine Woche die Berufsschule. Solltest du im Rahmen deiner Ausbildung wöchentlich zur Schule gehen, hast du eine Schulzeit von etwa zwölf Stunden aufgeteilt auf zwei Tage. Dabei kann es sein, dass du an beiden Tagen für sechs Stunden, einmal fünf und einmal sieben Stunden oder einmal vier und einmal acht Stunden den Unterricht besuchen musst.

In jedem Fall wird dir der Unterricht in der Berufsschule aber auf deine Arbeitszeit angerechnet. Du musst also für die Zeit des Unterrichts, der Pausen und der ‚Arbeitswege‘ von deinem Betrieb freigestellt werden und auch die Ausbildungsvergütung muss für diesen Zeitraum weitergezahlt werden.

Bei der Anrechnung der Arbeitszeit gibt es allerdings Unterschiede je nachdem wie alt du bist.

Bist du unter 18:

  • Musst du für den Rest des Tages freigestellt werden, wenn der Unterricht länger als fünf Stunden dauert.
  • Musst du an zwei Tagen die Woche in die Berufsschule, kann es sein das du an einem der beiden Tage zum Arbeiten in den Betrieb musst.
  • Deine Arbeitszeit pro Woche darf 40 Stunden – bzw. acht Stunden täglich – nicht überschreiten.

Bist du über 18:

  • Kannst du auch nach dem Unterricht noch beschäftigt werden.
  • Du darfst an sechs Tagen in der Woche arbeiten, deine Arbeitszeit darf aber insgesamt 48 Stunden nicht überschreiten.

Allgemein gilt, dass, wenn du nach dem Unterricht noch in den Betrieb musst, die Unterrichts- und Pausenzeit, sowie die Wegstecke zum Betrieb auf deine Arbeitszeit angerechnet wird. Weiterhin gilt auch, dass du nach der Berufsschule nicht mehr in den Betrieb musst, wenn die Zeit als zu kurz – also unter einer halben Stunden – angesehen wird. Da diese Zeit dem Ausbildungszweck dann nicht mehr dienlich ist.

Wie lang du insgesamt in die Berufsschule gehen musst, hängt von deinem Ausbildungsberuf ab. Es gibt Ausbildungen die zwei oder drei Jahre dauern. Du kannst bei einer dreijährigen Ausbildung aber auch die Zeit verkürzen oder länger die Schulbank drücken müssen, wenn du z. B. deine Abschlussprüfung beim ersten Mal nicht bestehst.

3. Ablauf

Die Berufsschule ist dafür zuständig, dir die Theorie beizubringen, die wichtig für die praktische Anwendung im Betrieb ist. Wie bereits erwähnt gibt in der Regel der Ausbildungsbetrieb vor, in welche Berufsschule du gehen solltest und teilt dir das zusammen mit deinem Stundenplan bereits zu Beginn der Ausbildung mit.

Der Unterricht an der Berufsschule umfasst aber nicht nur die berufsbezogene Theorie, sondern auch berufsübergreifende Fächer – wie z. B. Deutsch, Englisch oder Mathematik – zur Erweiterung der vorher erworbenen allgemeinen Bildung.

Allgemein sollte es in der Berufsschule so sein, dass die Themen, die ihr bearbeitet parallel zur praktischen Einweisung im Betrieb ablaufen. Das funktioniert, je nach Unterrichtsplan leider nicht immer. Oft werden auch theoretische Themen behandelt, die im Betrieb nicht zur Anwendung kommen.

Der erste Tag in der Berufsschule wird in der Regel damit verbracht organisatorisches zu besprechen. Sei früh genug da, damit du dich im Schulgebäude zurechtfinden kannst und pünktlich im entsprechenden Klassenraum bist. Abgesehen vom Unterrichtsinhalt unterscheidet sich der Alltag in der Berufsschule nicht deutlich von dem deines vorherigen Schulalltags. Auch in der Berufsschule heißt es Hausaufgaben machen. Auch können zwischendurch kleinere Leistungsüberprüfungen geschrieben werden.

Wie auch in der Schule gilt, wenn du nicht zum Unterricht erscheinst, musst du dich von der Schule abmelden und eine Krankmeldung vom Arzt vorlegen. Du solltest nicht zu oft ‚blau machen‘. Wenn deine Fehlzeiten über zehn – fünfzehn Prozent liegen, kann es sein, dass du nicht zu deinen Prüfungen zugelassen wirst, da davon ausgegangen wird, dass du deutliche Defizite im Unterrichtsstoff hast.

Was ist, wenn der Lehrer krank ist? Oder wenn die Berufsschule ganz ausfällt, weil die Lehrer streiken? Du solltest dich in beiden Fällen im Betrieb melden. Je nachdem zu welcher Zeit der Unterricht mit dem kranken Lehrer stattgefunden hätte kann es gut sein, dass dein Betrieb dich zur Arbeit ruft – wenn es keinen Vertretungslehrer gibt. Bei einem Streik, musst du – bei einer dualen Ausbildung – auf jeden Fall in den Betrieb, da dir sonst Arbeitsstunden für die Woche fehlen würden.

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4. Wie bereite ich mich richtig auf die Prüfungen vor?

Prüfungsvorbereitung
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Das brauchst du zur Prüfungsvorbereitung

Prüfungen! Der wahrscheinlich schlimmste Teil in jeder Art von Ausbildung. Zwei an der Zahl musst du während deiner Berufsausbildung in der Regel ablegen. Die sogenannte Zwischen- und die Abschlussprüfung.

Um dich ausreichend auf die Prüfungen vorzubereiten, stehen dir mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Als erstes hast du deine Unterlagen, Bücher und Mitschriften aus dem Unterricht. Außerdem erhältst du in der Regel die Prüfungen der letzten Jahre, um sie durchzuarbeiten und ein Gefühl für die Fragestellungen und den Anspruch der Prüfungen zu bekommen. Zusätzlich werden die prüfungsrelevanten Themen auch kurz vor dem Prüfungstermin nochmal im Unterricht wiederholt.

Solltest du dich noch immer nicht gut genug vorbereitet fühlen, dann hast du außerdem noch die Möglichkeit zur Prüfungsvorbereitung bei der IHK zu gehen. Hierbei fallen allerdings kosten an und du brauchst zusätzlich eine Genehmigung von deinem Ausbildungsbetrieb oder du musst Urlaub beantragen.

Egal welche von beiden Prüfungen du ablegst, alles findet in der gewohnten Umgebung der Berufsschule statt. Im Folgenden erfährst du, wie die Prüfungen aufgebaut sind, welche Zugangsvoraussetzungen es gibt und was passiert, wenn du eine Prüfung mal nicht bestehst.

4.1 Die Zwischenprüfung

In den allermeisten anerkannten Ausbildungsberufen musst du eine Zwischenprüfung ablegen, bei der dein aktueller Wissensstand überprüft werden soll. Diese findet in der Regel nach dem zweiten Jahr deiner Ausbildung statt.

Du solltest dir aber keine allzu großen Sorgen über diese Prüfung machen, denn das Ergebnis fließt nicht in dein Abschlusszeugnis mit ein. Das Ergebnis ist nur für dich und deinen Ausbilder interessant, um zu sehen, wo du gegebenenfalls noch Defizite und Lernbedarf hast.

Allerdings ist die Teilnahme an der Zwischenprüfung die Zugangsvoraussetzung für die Abschlussprüfung. Die einzige Voraussetzung zur Teilnahme an der Zwischenprüfung ist die fristgerechte Anmeldung.

4.2. Die Abschlussprüfung

Bei der Abschlussprüfung wird es ernst. Diese ist anders als die Zwischenprüfung, in allen anerkannten Ausbildungsberufen Pflicht und wird am Ende der Lehrzeit abgelegt. Diese Prüfung besteht aus mehreren Teilen. Du musst in allen wichtigen Fächern Prüfungen schreiben. Danach musst du noch an einer mündlichen Prüfung teilnehmen. In handwerklichen Berufen kommt außerdem noch die Gesellenprüfung hinzu.

Für die Abschlussprüfung gibt es einige Zugangsvoraussetzungen, auf die wir hier kurz eingehen wollen, bevor wir auf die eigentliche Prüfung zu sprechen kommen:

Zugangsvoraussetzungen

  • Das Ausbildungsverhältnis muss bei der Stelle eingetragen sein. Ob das der Fall ist erkennst du, wenn dein Ausbildungsvertrag von Stelle abgestempelt wurde.
  • Du musst an der Zwischenprüfung teilgenommen haben
  • Du musst deine praktische Berufsausbildung anhand deiner Berichtshefte nachweisen können. Schriftliche Ausbildungsnachweise müssen vollständig sein und der zuständigen Stelle vorliegen.
  • Du musst die Mindest-Ausbildungszeit für deinen Beruf abgeleistet haben. Ob das der Fall ist, erkennst du in der Regel daran, dass dein Ausbildungsvertrag etwa 2 Monate nach dem Prüfungstermin endet.

Wie läuft die mündliche Prüfung ab?

Ablauf einer mündlichen Prüfung
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Ablauf einer mündlichen Prüfung

Bei der mündlichen Prüfung bekommst du Themen aus der Schule vorgelegt. Nachdem du dir ausgesucht hast, welches Thema du bearbeiten möchtest hast du 15 Minuten Zeit dich auf den Prüfungsteil vorzubereiten. Auf dem Themenblatt sind Leitfragen angegeben, an denen du dich entlanghangeln solltest. In der Prüfung geht es dann darum deine Ausführungen zum Thema vorzustellen. Wenn das schulische Thema abgeschlossen ist, musst du noch ein betriebliches Thema aus deinem Berichtsheft vorstellen. Solltest du bei deinen Ausführungen mal den Faden verlieren, dann mach dir keine Sorgen. In diesem Fall springen die Prüfer ein und versuchen dir durch Fragen wieder auf den richtigen Weg zu leiten.

Kommen wir jetzt zum Ergebnis deiner Abschlussprüfung. Zumindest das Ergebnis der mündlichen Abschlussprüfung wird dir direkt im Anschluss an die Prüfung mitgeteilt. Hast du die Prüfung bestanden, endet an diesem Tag dein Ausbildungsverhältnis, auch wenn auf dem Vertrag ein späteres Datum steht.

Auch wenn du die Prüfung nicht bestehst, endet vorerst dein Ausbildungsverhältnis. Du hast allerdings die Möglichkeit eine Verlängerung des Ausbildungsverhältnisses bis zur nächsten Prüfung zu verlangen.

Nach der Prüfung erhältst du von der zuständigen Stelle einen schriftlichen Bescheid. Dieser informiert dich darüber, ob und wann du an der Nachprüfung teilnehmen kannst und in welchen Fächern du durchgefallen bist. In der Regel musst du nicht alle Fächer deiner Abschlussprüfung wiederholen, sondern nur die, bei denen du nicht bestanden hast. Insgesamt kannst du deine Abschlussprüfung zweimal wiederholen, dein Ausbildungsverhältnis also um insgesamt ein Jahr verlängern. Wenn du die Abschlussprüfung auch im dritten Anlauf nicht bestehst, dann gibt es leider keine Möglichkeit mehr die Prüfung noch einmal abzulegen.

5. Rechte und Pflichten

Wer Rechte hat, der hat auch Pflichten. Auch in der Berufsschule geht das Hand in Hand und sollte mit gegenseitigem Respekt berücksichtigt werden. Hier siehst du was dir zusteht und was du beachten solltest.

Deine Rechte in der Berufsschule

  • Du darfst die Berufsschule besuchen und der Betrieb muss dich dafür freistellen.
  • Du hast das Recht auf eine gute und vollständige Ausbildung. Klassen dürfen nicht zu überfüllt sein und dir müssen aktuelle Fachbücher ausgegeben werden.
  • Der Betrieb kommt für deine Ausbildungsmittel – wie Werkstoffe und Werkzeuge – auf oder muss dir diese bereitstellen.
  • Die Kosten für den Ausbildungsnachweis werden von deinem Ausbildungsbetrieb übernommen.
  • Wenn du unter 25 bist, stehen dir jährlich zehn Tage Bildungsurlaub während der Ferienzeit zu.
  • Du hast das Recht auf eine angemessene Ausbildungsvergütung.
  • Du musst nur für das Ausbildungsziel arbeiten. Private Besorgungen für den Chef oder Toilette putzen zählen nicht dazu.
  • Du hast das Recht dein Ausbildungsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen zu kündigen.
  • Du hast das Recht auf ein Arbeitszeugnis, das zum Ende der Ausbildung von Ausbilder auszustellen ist.
  • Eine Jugend- und Auszubildendenvertretung, muss unter gegebenen Umständen vom Betrieb als Interessenvertretung gebildet werden.

Deine Pflichten in der Berufsschule

  • Du musst den Unterricht besuchen und diesen ernst nehmen.
  • Die Teilnahme an Prüfungen und das Führen des Ausbildungsnachweises zählen zu deinen Pflichten.
  • Du darfst den Unterricht nicht stören. Berufsschule oder Betrieb können dich hier ggf. abmahnen.
  • Du musst darum bemüht sein, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen.
  • Du musst alle Tätigkeiten in Betrieb und Berufsschule ordentlich und sorgfältig erfüllen.
  • Du musst die Betriebsordnung einhalten und sorgfältig mit den Arbeitsmaterialien umgehen.
  • Es gibt eine Schweigepflicht, die dir verbietet über Betriebsgeheimnisse zu reden.
  • Du bist dazu verpflichtet bei Krankheit eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen.

6. Abschluss

Deine Abschlussprüfung ist geschafft, dir steht das Ende deiner Berufsausbildung bevor. Aber welchen Abschluss hast du denn jetzt eigentlich?

Von der Berufsschule erhältst du ein Abschlusszeugnis, wenn du diese erfolgreich abgeschlossen hast. Das ist unabhängig davon, ob du die Kammerprüfung – und damit den beruflichen Teil – bestanden hast oder nicht. Erfolgreich abgeschlossen gilt die Berufsschule, wenn du in beiden Lernbereichen insgesamt mindestens mit ausreichend bewertet wurdest, wenn in den Lernbereichen nur maximal zwei Noten mangelhaft oder eine ungenügend sind.

Hast du die Berufsschule nicht erfolgreich abgeschlossen, dann erhältst du ein Abgangszeugnis, auf dem kein qualifizierter Vermerk möglich ist.

Hast du neben der Berufsschule auch die Kammerprüfung – also die Abschlussprüfung – erfolgreich bestanden, kannst du einen von drei möglichen Abschlüssen erreicht haben:

  • Sekundarabschluss 1

    Den Sekundarabschluss 1 – auch Realschulabschluss – erwirbst du, wenn:

    • Der Berufsschulabschluss erworben ist – dokumentiert durch das Abschlusszeugnis.
    • Die Berufsausbildung, nach Bestehen der Prüfung, erfolgreich abgeschlossen ist – dokumentiert durch das Kammerzeugnis.
  • Erweiterter Sekundarabschluss 1

    Den erweiterten Sekundarabschluss hast du erreicht, wenn:

    • Der Berufsschulabschluss erworben ist – dokumentiert durch das Abschlusszeugnis.
    • Die Berufsausbildung, nach bestandener Prüfung, erfolgreich abgeschlossen ist – dokumentiert durch das Kammerzeugnis
    • Ein Gesamtnotendurchschnitt von 3,0 auf dem Abschlusszeugnis erreicht wurde.
    • Befriedigende Leistungen in Deutsch/Kommunikation, einer Fremdsprache und der Theorie des berufsbezogenen Lernbereichs erreicht wurden.
  • Fachoberschulreife

    Die Fachoberschulreife hast du erlangt, wenn:

    • Der Berufsschulabschluss erworben ist – dokumentiert durch das Abschlusszeugnis.
    • Die Berufsausbildung, nach bestandener Prüfung, erfolgreich abgeschlossen ist – dokumentiert durch das Kammerzeugnis
    • Du den schulischen Teil der Fachhochschulreife bereits in einer anderen Schulform erreicht hast – z. B. dadurch, dass du in die 12 Klasse des Gymnasiums versetzt wurdest.

Für viele beginnt nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung eine qualifizierte berufliche Tätigkeit. Abgeschlossen heißt, dass du alle Prüfungen bestanden hast und dein Ausbildungsverhältnis beendet ist.

Neben dem Abgangs- bzw. Abschlusszeugnis der Berufsschule, bekommst du auch vom Betrieb ein sogenanntes Arbeitszeugnis. Bei einem einfachen Arbeitszeugnis handelt es sich um eine Art Bescheinigung, die allerdings keine Angaben zu deinem Verhalten oder deinen Leistungen macht. Das qualifizierte Arbeitszeugnis hingegen trifft Aussagen über genau diese Punkte. Der Arbeitgeber muss sich hier wohlwollend aber ehrlich über deine Arbeitsleistungen und dein Sozialverhalten äußern. Hierbei solltest du auf die Sprache achten, die im Zeugnis verwendet wird. Viele Formulierungen repräsentieren eine Art Notensystem oder drücken etwas anderes aus, als sie auf den ersten Blick vermuten lassen.

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7. Fazit

Die duale Ausbildung ist immer noch die am meisten verbreitete Form der Erstausbildung. Vergeben werden die Ausbildungsplätze durch die Ausbildungsbetriebe, bei denen du deinen Arbeitsvertrag unterschreibst. Ausgehend von deinem Ausbildungsbetrieb wirst du einer Berufsschule im gleichen Schulbezirk zugewiesen. In der Berufsschule erfolgt der Unterricht in Teilzeitform, parallel zur betrieblichen Ausbildung, in der Regel an zwei Tagen die Woche oder als Blockunterricht. Unterricht erhältst du hier sowohl in Berufsbezogenen als auch in Fachübergreifenden Fächern, wie Deutsch, Englisch oder Mathematik.

Um deine Ausbildung abzuschließen, musst du eine Zwischen- und eine Abschlussprüfung ablegen. Auf diese Prüfungen wirst du von deinen Lehrern durch Altklausuren vorbereitet, die dir einen ersten Vorgeschmack aus die Prüfungen geben sollen. Die Abschlussprüfung ist aufgeteilt in schriftliche und mündliche Prüfungen, außerdem muss das Berichtsheft vorgelegt werden, dass du während betrieblicher und schulischer Ausbildung zu führen hast.

Quellen:

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