Ausbildungsbetrieb wechseln Infos zum Wechsel der Ausbildungsstätte

Der Beginn der Ausbildung ist spannend: Man lernt im Berufsschulunterricht Wissenswertes über den Beruf und wird im Betrieb als Azubi durch den Chef und die Arbeitskollegen an die praktische Arbeit herangeführt. Aber was, wenn dir der Job doch nicht gefällt, die Kollegen dich schlecht behandeln oder dir die fachlichen Anforderungen nicht genügen – Jobs-regional liefert dir alles rund um den Wechsel deines Ausbildungsbetriebes.

Ausbildungsbetrieb wechseln

Dein Wechsel des Ausbildungsbetriebs

Wie läuft ein Wechsel von Ausbildungsbetrieben ab? Welche Tipps kann man bei einem Betriebswechsel anwenden? Wie führt man den Wechsel eines Ausbildungsbetriebs durch? Fragen über Fragen, die du dir stellst, wenn du deinen Ausbildungsbetrieb wechseln möchtest und die Antworten findest du hier bei Jobs-regional!

1. Definition: Wechsel Ausbildungsbetrieb

Das Ziel eines Ausbildungsbetriebswechsels ist die Zufriedenheit des Azubis mit dem Betrieb und der Berufsschule. Die vor dem Wechsel entstandene Unzufriedenheit des Azubis beruht auf vielseitigen Gründen. So kann der Beruf inhaltlich den eigenen persönlichen Vorstellungen nicht übereinstimmen oder die Ausbildung überfordernd sein. Auch Streit mit Vorgesetzten, ein schlechtes Betriebsklima oder unbezahlte Überstunden können zu Unzufriedenheit führen. Nichts zu lernen, nicht angemessen von einem Ausbilder angeleitet zu werden und das Gehalt zu spät oder gar nicht ausgezahlt zu bekommen hinterlässt bei Azubis das Gefühl nicht wertgeschätzt zu werden.

Welche Arbeit man sucht, unterscheidet sich dahingehend welchen Berufsweg man wählt. Oft ist es einfacher den Ausbildungsplatz zu wechseln, da man im ersten Betrieb schon Kenntnisse angelernt hat und diese im zweiten Betrieb weiter ausüben kann. Viele Betriebe erkennen dem Azubi die Zeit im ersten Ausbildungsbetrieb an, wodurch dieser ohne Unterbrechung die Ausbildung fortführt.

Der Wechsel in eine andere Branche bringt ein wenig mehr Aufwand mit sich. In den meisten Fällen werde deine bisherigen Leistungen nicht oder nur gering anerkannt und du musst die neue Ausbildung von vorne beginnen, auch um den ganzen Lernstoff des neuen Berufs nachzuholen.

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Häufig gestellte Fragen

Wann kann man die Ausbildung wechseln?

Es gibt während der Ausbildung keinen festgelegten Zeitpunkt zudem man wechseln darf oder nicht. Der Wechsel der Ausbildungsstätte ist jederzeit möglich. Es erscheint jedoch logisch erst dann den Betrieb zu wechseln, wenn bereits ein Vertrag mit einem zukünftigen Arbeitgeber abgeschlossen ist.

Wie lange dürfen volljährige Azubis arbeiten?

Die wöchentliche Arbeitszeit für volljährige Azubis beträgt maximal 48 Stunden an sechs Tagen mit maximal 8 Stunden pro Tag. Die Stundenzahl sollte bestenfalls im Ausbildungsvertrag vermerkt werden. Überstunden sind ab und an erlaubt und mögliche Minusstunden werden während der Ausbildung als bezahlte Freistellung bezeichnet.

Kann man in der Ausbildung kündigen?

In der Ausbildung kann man kündigen. Je nachdem ob du während oder nach der Probezeit in einen anderen Betrieb wechselst, erfolgt die Kündigung auf unterschiedliche Weise. Eine weitere Möglichkeit ist ein Aufhebungsvertrag. Arbeitgeber und Angestellter einigen sich auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

2. Sechs Schritte zum Ausbildungswechsel

Der elegante Übergang von einem Ausbildungsort zum anderen muss gründlich vorbereitet sein, sodass weder beim Azubi noch beim aktuellen und zukünftigen Chef weitere Probleme auftreten. Als Azubi kann man sechs Schritte zum Ausbildungswechsel befolgen.

Ausbildung wechseln in sechs Schritten:

  1. Bedenkzeit nehmen

    Bevor du aus einer Laune heraus Entscheidungen triffst, nimm dir Bedenkzeit und reflektier, ob nur ein schlechter Tag oder mehrwöchige Betriebsprobleme der Grund für deinen Wechsel sein könnten. Es ist ratsam nichts zu überstürzen, sich jedoch bei intensiver Unzufriedenheit seinem Arbeitgeber mitzuteilen.

  2. Gespräch führen

    Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten kann mögliche Probleme lösen, denn als Azubi hast du neben Pflichten auch Rechte. Maßnahmen zur Verbesserung der Situation wie die Beschäftigung anderer Arbeitsaufgaben oder die Anstellung eines neuen Auszubildenden können ergriffen werden. Ändert sich nach einem mündlichen Austausch nichts, versende schriftlich eine Mail an deinen Chef mit deinem Anliegen. Treten erneut keine Veränderungen auf, ist es Zeit für einen neuen Ausbildungsplatz.

  3. Neuen Ausbildungsplatz suchen

    Die Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz kann neben der eigenen Recherche durch die Ausbildungsberatung der Handwerkskammer und den Besuch von Ausbildungsmessen unterstützt werden. Auch Arbeitskollegen sowie Jobbörsen können zurate gezogen werden. Wichtig ist, dem zukünftigen Betrieb in der Bewerbung und im Gespräch ehrlich darzulegen, warum ein Wechsel der Ausbildungsstätte erfolgen soll. Scheint der angesprochene Betrieb skeptisch zu sein, bietet es sich an einen Probearbeitstag vorzuschlagen.

  4. Aktuellen Ausbildungsplatz kündigen

    Kündige deinen aktuellen Ausbildungsplatz erst, wenn du bereits eine neue Stelle in Aussicht hast! Achte dabei auf die Probezeit: Während der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis fristlos gekündigt werden, nach der Probezeit muss ein wichtiger Grund vorliegen wie ausstehende Gehaltszahlungen oder sexuelle Belästigung. Besser als beide Kündigungsversionen ist jedoch ein Aufhebungsvertrag, indem beide Seiten auf eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses verzichten. Egal welche Möglichkeit du durchführst, halte alles immer schriftlich fest und kündige erst, wenn du bereits eine neue Stelle hast.

  5. Unterlagen einfordern

    Beachte vor deinem endgültigen Verlassen der Arbeitsstelle die Mitnahme wichtiger Unterlagen und verzichte auf keinen Fall auf deine Ansprüche. So hast du neben deinem aktuellen Notenstand Anspruch auf Arbeitspapiere, dein Gehalt bis zum Ende der Kündigung, die Anzahlung des Resturlaubs, die Auszahlung von Überstunden sowie dein Arbeitszeugnis. Die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses erscheint schwieriger, wenn dem Arbeitgeber die Motivation fehlt neben Art, Dauer und Ziel die beruflichen Fähigkeiten des Azubis festzuhalten. Wenn du diesen Fall auch befürchtest, dann ist es oft unkomplizierter sich mit einem einfachen Arbeitszeugnis zufriedenzustellen.

  6. Neu durchstarten

    Nachdem alles geklärt ist, kannst du deine neue Ausbildungsstelle antreten. Auch hier beginnst du wieder mit einer Probezeit. Nutze deine bereits gewonnenen Erfahrungen im neuen Job.

3. Zeitpunkt des Ausbildungsplatzwechsels

Entscheidend für einen Wechsel ist, zu welchem Zeitpunkt du ihn durchführst. Möchtest du während der Probezeit wechseln, beendest du das Ausbildungsverhältnis kurz vor einer Prüfung oder doch erst im 2. Lehrjahr?

In der Probezeit kannst du jederzeit sofort das Arbeitsverhältnis beenden oder direkt nach deiner Prüfung kündigen. Wenn deine Ausbildung bereits weiter vorangeschritten ist, empfiehlt es sich zu recherchieren welche Elemente der Ausbildung beim Wechsel übernommen werden und welche du nacharbeiten musst. Auch kann es passieren, dass sich deine Ausbildungszeit insgesamt dadurch verlängert.

Sollte eine Lücke zwischen aktueller und zukünftiger Anstellung in einem Ausbildungsbetrieb bestehen und du keinen fließenden Übergang hast, melde dich binnen einer Woche beim Arbeitsamt, um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erhalten.

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4. Probezeit in der Ausbildung

Die Probezeit in der Ausbildung muss jedem Azubi ermöglicht werden und dauert zwischen einem und vier Monaten. Sie dient als Orientierungsphase für Azubi und Betrieb. Mit dem Ende der Probezeit beginnt ein normales Ausbildungsverhältnis was bedeutet, dass eine einzuhaltende Kündigungsfrist besteht. Kündigungen erfolgen anhand des Berufsbildungsgesetzes § 22 Abs. 2 Nr. 2.

Eine Kündigung kann während der Probezeit ohne Probleme durchgeführt werden. Sobald ein Azubi kündigt, gilt dies fristlos. Nach der Probezeit müssen Ursachen angegeben werden, da sonst eine Kündigung ohne Angaben von Gründen unzulässig ist. Gründe können personenbedingt sein wie Krankheit oder Mobbing, verhaltensbedingt wie Arbeitsverweigerung oder betriebsbedingt wie vergessene Gehaltszahlungen.

5. Kündigung und Aufhebungsvertrag in der Ausbildung

Mit einer Fremdkündigung beendet der eigene Chef dem Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis. Anders herum reicht bei einer Eigenkündigung der Arbeitnehmer die Papiere schriftlich ein. Die Kündigung muss in schriftlicher Form vorliegen und eigenhändig unterschrieben sein. Neben dem Absender, Adressat und Inhalt beinhaltet ein Kündigungsschreiben das Datum sowie die Kündigungsfrist, die Bitte um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis sowie den abschließenden Gruß.

In einem üblichen Arbeitsvertrag endet das Arbeitsverhältnis aufgrund der befristeten Stelle oder durch die Kündigung des Arbeitgebers. Diese beiden Formen sind einseitige Festlegungen. Ein Aufhebungsvertrag ist eine weitere Möglichkeit das Arbeitsverhältnis zu beenden und erfolgt durch die Zustimmung der Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Azubi und Arbeitgeber. Die beidseitige Bestätigung ist vorteilhaft, da sie auf diese Art gemeinsam und meist ohne Streitigkeiten einen Kompromiss finden. Ein Aufhebungsvertrag umgeht hohe Kosten im Falle eines Streitprozesses und erspart Zeit.

Wir von Jobs-regional haben dir ein Muster für eine ordentliche Kündigung zusammengestellt. Beachte jedoch, dass diese Form vereinfacht ist und die Gründe sich von Azubi zu Azubi unterscheiden und zahlreicher sein können.

Auch der Aufhebungsvertrag erfolgt in Schriftform. Der Vertrag muss seitens des Azubis und seitens des Arbeitgebers unterschreiben werden. Inhaltlich müssen bestimmte Elemente festgehalten werden, die das Arbeitsverhältnis definieren.

Elemente eines Aufhebungsvertrags

  • Beendigungszeitpunkt
  • Kündigungsfrist
  • Abfindung
  • Arbeitszeugnis
  • Vergütung
  • Freistellung
  • Übergabe
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6. Fazit

Unterschiedliche Gründe können den Wechsel eines Ausbildungsbetriebes hervorrufen. Du musst beim Wechsel sorgsam mit den Ansprechpartnern umgehen. Wir von Jobs-regional haben dir nochmal das Wichtigste zusammengefasst:

  • Ganz wichtig: Überstürze nichts! Du solltest genug Zeit in deine Bedenkphase investieren, um abzuwägen, inwiefern ein Wechsel für dich wirklich infrage kommt.
  • Der Wechsel des Ausbildungsbetriebs innerhalb des Berufszweigs ist schneller und einfacher als der Wechsel einer Branche
  • Der Zeitpunkt deiner Kündigung ist entscheidend, da du je nach Situation unterschiedliche Abläufe hast.
  • Anstatt einer einseitigen Kündigung kann ein beidseitiger Aufhebungsvertrag in Kraft treten, um einen Wechsel zu ermöglichen.
Quellen:

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