Urlaubsanspruch in der Ausbildung Infos zur Beantragung deines Urlaubs

Ob Teilzeit, Vollzeit oder Azubi: Egal auf welche Art du angestellt bist - du hast immer Anspruch auf freie Tage. Oftmals bedarf es einer einfachen Rechnung zur Feststellung deines jährlichen Urlaubs – Jobs-regional liefert dir alles rund um den Urlaubsanspruch als Azubi.

Urlaubsanspruch in der Ausbildung

Dein Anspruch auf Urlaub während der Ausbildung

Wie läuft die Beantragung deines Urlaubs ab? Welche Tipps kann man beim Urlaubsanspruch anwenden? Wie viele Tage im Jahr darf man sich freinehmen? Fragen über Fragen, die du dir stellst, wenn du deinen Urlaub während der Ausbildung beantragen möchtest und die Antworten findest du hier bei Jobs-regional!

1. Definition: Urlaub

Was ist überhaupt Urlaub?

Nach stressigen Monaten voller zahlreicher Projekte und Abgabedaten endlich im Meer schwimmen oder auf der Piste Ski fahren. Egal wie du dich entscheidest, als Azubi hast du das Recht darauf dir Erholungsurlaub zu nehmen.

Die Bezeichnung Erholungsurlaub meint genau dies: Azubis sollen sich in ihrer freien Zeit erholen und sich von dem Stress und der Anstrengung regenerieren. Das bedeutet auch, dass bestenfalls keine weitere Tätigkeit die Erholungsphase stört.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Urlaubsanspruch hat man als Auszubildender?

Während der Ausbildung stehen Jugendlichen die zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt sind 30 Werktage, noch nicht 17 Jahre 27 Werktage und noch nicht 18 Jahre 25 Werktage bezahlten Urlaub zu. Azubis ab 18 Jahre haben 24 Werktage.

Hat man in der Probezeit Urlaub?

Grundsätzlich ist es nicht gern gesehen während der Probezeit Urlaub zu nehmen. Wenn die freie Zeit jedoch erforderlich ist, kann man als Chef Ausnahmen machen. Als Mitarbeiter sollte man jedoch bedenken, dass man nicht den vollen Urlaubsanspruch während der Probezeit umsetzen darf.

Wie viele Arbeitstage sind 24 Werktage?

Werktage bedeutet, dass der Anspruch auf eine 6-Tage-Woche verteilt ist. Da diese jedoch längst nicht für alle Arbeitnehmer gilt, variiert auch der Anspruch. Bei fünf Arbeitstagen heißt das, dem Azubi stehen mindestens 20 Arbeitstage Urlaub zu.

2. Urlaubsanspruch in der Ausbildung

Hat man in der Ausbildung Anspruch auf Urlaub?

Während der Ausbildung greift das Jugendarbeitsschutzgesetz, denn Jugendlichen die zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt sind stehen 30 Werktage zu, noch nicht 17 Jahre 27 Werktage und noch nicht 18 Jahre 25 Werktage bezahlten Urlaub zu. Bei Azubis im Alter von 18 oder älter gilt ein Mindesturlaub von 24 Werktagen.

Azubis müssen im laufenden Kalenderjahr den gesetzlichen Urlaubsanspruch verbrauchen. Sollte dies nicht passieren, beispielsweise aufgrund von Krankheit, dann werden die Urlaubstage ins darauffolgende Kalenderjahr verschoben, müssen aber bis zum 31. März genutzt worden sein.

Für Azubis gilt allgemein, dass sie ihre Urlaubstage im Zeitraum der Berufsschulferien legen oder die freien Tage auf die Betriebsferien fallen. Denn der Urlaubsanspruch bezieht sich nur auf die Arbeit im Betrieb. Fällt ein Urlaubstag auf einen Berufsschultag, erhält man zum Ausgleich einen zusätzlichen Urlaubstag.

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3. Urlaubsrechner

Falls in deinem Vertrag die Anzahl der Werktage vermerkt ist, dann ist eine bestimmte Rechenformel erforderlich, um die Anzahl der tatsächlich freien Arbeitstage zu berechnen. Bei 24 Werktagen hast du laut folgender Formel 20 Arbeitstage im Jahr frei.

Tatsächlich freie Arbeitstage = gesetzlich vorgeschriebene Urlaubs-Werktage ÷ Regelarbeitswoche x Arbeitstage

20 = 24 ÷ 6 x 5

Wenn du mitten im Jahr deine Ausbildung beginnst oder nach der Ausbildung mitten im Jahr zum Arbeitnehmer wirst, dann steht dir der Urlaub nur bis zum Ende des Jahres zu. Im unten aufgezeigten Rechenbeispiel hast du wie oben im Beispiel pro Jahr in deinem zukünftigen Unternehmen einen Urlaubsanspruch von 24 Werktagen und arbeitest in einer Firma mit einer Regelarbeitswoche von sechs Tagen. Du arbeitest an fünf Tagen in der Woche und hast noch für acht Monate einen Urlaubsanspruch.

Tatsächlich freie Arbeitstage innerhalb der Monate mit Urlaubsanspruch = Tatsächlich freie Arbeitstage ÷ Anzahl der Monate x Anzahl der Monate mit Urlaubsanspruch

13,33 = 20 ÷12 x 8

Wenn die tatsächlich freien Tage als Ergebnis eine Dezimalzahl sind, dann wird weder aufgerundet noch abgerundet. Sollte jedoch ein Bruchteil eines Urlaubstages einen halben Tag oder mehr betragen, dann darf der Arbeitgeber aufrunden. In jedem Fall steht dem Arbeitnehmer jedoch Urlaubsanspruch zu, auch wenn dies anstatt einer Anzahl an Tagen eine Anzahl an Stunden bedeutet. Im Falle einer Teilzeitstelle mit drei Tagen die Woche ergibt sich ein Anspruch von 12 Urlaubstagen.

4. Urlaub beantragen

Wie beantragt man Urlaub?

Wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist, kommt oft die Frage auf, ab wann der Urlaub genommen werden kann und wie lange. Der volle Urlaubsanspruch tritt sechs Monate nach Arbeitsantritt in Kraft. So kann der Arbeitnehmer trotzdem innerhalb der ersten sechs Monate Urlaub nehmen. Nach §5 Absatz 1a BurlG steht dem Arbeitnehmer innerhalb der ersten sechs Monate pro vollen Monat der Beschäftigung ein Zwölftel des Jahresurlaubs zu. Bei 20 Urlaubstagen bedeutet das 1,66 Tage pro Monat.

Die schriftliche Beantragung des Urlaubs erfolgt meist über den Chef oder die Personalabteilung und muss vor Urlaubsantritt genehmigt werden. Tritt der Arbeitnehmer den Urlaub ohne schriftliche Erlaubnis an, kann sogar dies zur Kündigung führen. Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet die Urlaubswünsche zu berücksichtigen. In besonderen Fällen kann es jedoch dazu führen, dass der Urlaub nicht berücksichtigt wird.

Dringliche Belange wie drohender Personalmangel können eine Ablehnung des Urlaubsantrags herbeiführen. Ebenso wie die Urlaubswünsche der Kollegen, wenn mehrere gleichzeitig Urlaub nehmen möchten. Oftmals wird bei gleichzeitigem Urlaub Mitarbeitern mit Kindern der Urlaub im Sommer eher gewährt anstatt kinderlosen Mitarbeitern.

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5. Arbeitstage vs. Werktage

Wo ist der Unterschied zwischen Arbeitstag und Werktag?

Schau in deinen Vertrag, ob deine Urlaubstage als Arbeits- oder Werktage beschrieben werden. Als Werktage werden alle Tage von Montag bis einschließlich Samstag bezeichnet. Wenn dein Vertrag eine bestimmte Anzahl an freien Werktagen angibt, dann musst du dir, um eine komplette Woche freizuhaben, sechs Tage Urlaub nehmen. Ist die Angabe im Vertrag Arbeitstage, dann nimmst du dir im selben Fall fünf Tage Urlaub.

Werktage bedeutet, dass der Anspruch auf eine 6-Tage-Woche verteilt ist. Da viele Arbeitnehmer jedoch in einer 5-Tage-Woche arbeiten kommt es immer auf die individuelle Situation an. So ist es sinnvoller sich zu merken, dass die Dauer des Erholungsurlaubes sich auf insgesamt mindestens vier Arbeitswochen beschränkt.

6. Krank im Urlaub

Was passiert, wenn ich im Urlaub krank werde?

Die Koffer sind gepackt und die Flugtickets liegen parat, nur die Gesundheit macht dem wohl verdienten Urlaub einen Strich durch die Rechnung. Anstatt Erholung unter Palmen steht nun die Genesung im Bett an. Ob die Erkrankung zu Beginn des Urlaubs oder währenddessen auftritt, wichtig ist, dass man sich als Arbeitnehmer eine Krankschreibung ausstellen lässt. Eine Verlängerung des aktuellen Urlaubs um die Anzahl der Krankheitstage erfolgt nicht. Jedoch zählen die Urlaubstage, an denen der Arbeitnehmer krank war als Krankheitstage, wodurch der Urlaub später im Jahr nachgeholt werden kann.

7. Urlaub in der Probezeit

Hat man Urlaubsanspruch in der Probezeit?

In der Probezeit, auch Wartezeit genannt, ist es vom Arbeitgeber nicht gern gesehen, wenn Arbeitnehmer sich freinehmen. Die Probezeit dient als Orientierungsphase für Chef und Mitarbeiter und sollte daher ohne Unterbrechungen genutzt werden.

Wenn ein Arbeitnehmer neu bei einer Firma beginnt, kommt es jedoch auch vor, dass er bereits vor Antritt seiner neuen Arbeitsstelle den Trip an den Strand bereits gebucht hat, oder die eigene Hochzeit inklusive Flitterwochen. Oftmals sind die Arbeitgeber in solchen Fällen kulant und gewähren den Urlaub. Sollte es Probleme bei der Urlaubszusage geben, kann man sich mit dem Chef auf Ausgleichstage einigen, die man vor oder nach dem Urlaub abarbeitet.

8. Arten von Urlaub

Um sich ausreichend erholen zu können, stehen Arbeitnehmern 12 Tage Urlaub am Stück zu. Die restlichen Tage können in kürzere Zeiträume aufgeteilt werden. Allgemein gilt: Jeder Vertrag ist anders verfasst und kann die unterschiedlichen Urlaubsarten verschieden definieren. Jeder Arbeitnehmer, ob Azubi oder ausgelernter Arbeitnehmer in Vollzeit oder Teilzeit, sollte sich daher seinen Vertrag sorgfältig durchlesen und bei Fragen umgehend das Gespräch mit dem Chef oder der Personalabteilung suchen.

  • Sonderurlaub

    Neben dem Erholungsurlaub können Arbeitnehmer auch Sonderurlaub beantragen. Ein Anspruch besteht zwar nicht, jedoch sollte man sich unter sie bestimmten Voraussetzungen vorher überlegen sowie bedenken, inwiefern der Sonderurlaub sinnvoll ist und gewährt wird. Als Elternteil hat man die Möglichkeit bei Krankheit der Kinder zu Hause zu bleiben, wenn das Kind unter zwölf Jahre ist und kein Anspruch auf bezahlte Freistellung besteht. Anders ist es in Tarifverträgen, da dadurch Arbeitnehmer pro Kalenderjahr Sonderurlaub bekommen können, was sich bei einem Kind auf zehn Tage Sonderurlaub beschränkt und bei mehreren Kindern als Alleinerziehende auf maximal 50 Tage angehoben ist.

  • Bezahlte Freistellung

    Unter bezahlter Freistellung versteht man einen Zeitraum, indem der Mitarbeiter während seiner Abwesenheit bezahlt wird. Die Abwesenheitsgründe können darin liegen, dass der Arbeitnehmer persönlich, vorübergehend und unverschuldet nicht arbeitsfähig ist. Die folgenden Bereiche beinhalten zusätzliche Ausnahmen und unterscheiden sich von Vertrag zu Vertrag. So sollte ein Arzttermin möglichst ganz früh morgens oder nach der Arbeit gelegt werden. Fällt der Termin doch auf die Arbeitszeiten des Arbeitnehmers, muss für die Wahrnehmung des Termins ein schwerwiegender Grund vorliegen.

    Gründe bezahlter Freistellung

    • Arzttermin
    • Bestattungen
    • Hochzeiten
    • Religiöse Riten
    • Gerichtstermin
    • Umzüge
    • Vaterfreude
  • Bildungsurlaub

    Eine weitere Möglichkeit ist der Antrag für Bildungsurlaub, welcher in den meisten deutschen Bundesländern greift. Diese Regelung gilt für Arbeitnehmer und Azubis. Als Teilnehmer eines Workshops kannst du bis zu fünf Tage Bildungsurlaub beantragen, wenn du dich nachweislich fortbildest.

  • Mutterschaftsurlaub

    Auch wenn es freiwillig ist, aber als schwangere Frau hat man das Recht darauf sechs Wochen vor der Geburt nicht arbeiten zu gehen. Die Festlegung im Mutterschutzgesetz ermöglicht die freie Zeit vor der Geburt und verpflichtet zum absoluten Arbeitsverbot für acht Wochen nach der Geburt. Der Anspruch auf Erholungsurlaub ist auch nach dem Mutterschaftsurlaub noch aktiv.

  • Erziehungsurlaub

    Die Phase nach der Geburt des Kindes wird auch Elternzeit genannt. In dem Zeitraum kann sich auch der Vater beurlauben lassen. Im Falle einer Ausbildung verlängert sich das Ausbildungsverhältnis um den genommenen Erziehungsurlaub, wenn der Azubi nicht arbeitet. In manchen Betrieben besteht die Möglichkeit während des Erziehungsurlaubes und im Zeitraum der Ausbildung in Teilzeit weiterzuarbeiten.

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9. Fazit

Ob als Azubi oder Arbeitnehmer, Urlaubsanspruch hat man grundsätzlich immer. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, welche die Anzahl der Urlaubstage bestimmt. Wir von Jobs-regional haben dir mal die wichtigsten Infos zusammengestellt:

  • Der Urlaubsantrag sollte frühzeitig und schriftlich gestellt werden.
  • Die Mindestanzahl der Urlaubstage beträgt 24 Tage.
  • Azubis unter 18 Jahren stehen jährlich 30, 27 oder 25 Urlaubstage zu.
  • Neben dem jährlichen Urlaub können Arbeitnehmer andere Urlaubsarten nutzen wie Sonder-, Bildungs- oder Erziehungsurlaub.
  • Ist der Arbeitnehmer im Urlaub krank kann der Urlaubsanspruch zurückgeholt werden, wenn dem Chef ein Attest vorliegt.
Quellen:

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