Ausbildung kündigen – Infos zur Beendigung der Ausbildung Was musst du vor der Ausbildungskündigung wissen und wie geht's weiter?

Als Azubi kannst du nicht einfach nur weil dir der Betrieb oder die Tätigkeiten nicht gefallen deine Arbeitsstelle meiden. Du musst eine Kündigung vorlegen und begründen, weshalb du dich für eine Beendigung der Ausbildung entscheidest – Jobs-regional liefert dir alles rund um die Kündigung deiner Ausbildung.
Kündigung der Ausbilung

Deine erfolgreiche Kündigung

Wie läuft eine Kündigung als Auszubildender ab? Welche Tipps kann man bei einer Kündigung anwenden? Gibt es Fristen für eine Kündigung? Fragen über Fragen die du dir stellst, wenn du deine Kündigung einreichen möchtest und die Antworten findest du hier bei Jobs-regional!

Check

Defintion: Kündigung in der Ausbildung

Während der Ausbildung kann es vorkommen, dass dem Azubi die ausführenden Arbeiten im Vergleich zu seiner vorigen Vorstellung nicht zusagen. Auf der anderen Seite kann der Ausbilder keinen Gefallen am Azubi finden. Bevor die Kündigung eingereicht wird, ob vom Arbeitgeber oder Auszubildenden, sollten sich beide Seiten überlegen ob nicht zunächst eine Veränderung der Situation oder ein klärendes Gespräch sinnvoller wären.

Gründe einer Kündigung kann es vielzählige geben. Ob schlechte Noten oder das ständige Fehlen im Schulunterricht. Auch respektloses Verhalten gegenüber Azubis oder dem Chef, sowie keine gerechte Arbeitsteilung, können Argumente sein, die für eine Kündigung plädieren.

Wichtig ist jedoch die Kündigung schriftlich zu verfassen und eigenständig zu unterschreiben. Solltest du 16 oder 17 Jahre alt, also noch minderjährig sein, müssen deine Eltern der Kündigung mit ihrer Unterschrift zustimmen.

Als Azubi kann ein pausenfreier Übergang geplant werden, indem vor der Kündigung ein neuer Ausbildungsplatz gesucht wird.

Häufig gestellte Fragen

Wann darf man in der Ausbildungszeit gekündigt werden?

Man darf jederzeit in der Ausbildung gekündigt werden. Dabei macht es keinen Unterscheid ob man in der Probezeit oder nach der Probezeit gekündigt wird. Nach der Probezeit muss jedoch mindestens ein Grund genannt werden, warum das Vertragsverhältnis aufgelöst werden soll.

Kann man einen Azubi in der Probezeit ohne Grund kündigen?

Während der Probezeit zu Beginn der Ausbildung, kann einem Azubi ohne weiteren Grund gekündigt werden. Erst bei Kündigung nach der Probezeit muss ein Grund angegeben werden.

Wann kann man wegen Krankheit gekündigt werden?

Der Fall, dass man aufgrund von Krankheit gekündigt wird, ist äußerst selten. In den meisten Fällen wird die Dauer der Krankheit an die dreijährige Ausbildung angehangen, sodass kein Verlust der Arbeitszeit entsteht. Bleibt der Auszubildende über einen längeren Zeitraum zu Hause, ohne eine Krankschreibung im Betrieb einzureichen, kann ihm jedoch gemahnt und anschließend gekündigt werden.

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2. Kündigung während der Probezeit

Eine Kündigung während der Ausbildung passiert relativ häufig. Oft entspricht der Arbeitsalltag nicht den Vorstellungen eines Azubis oder die Aufgaben sind für den Azubi nicht zufriedenstellend. Bei einer Kündigung während der Probezeit muss kein Grund beigefügt werden. Nach dem Einreichen kann der Azubi die Arbeitsstelle umgehend verlassen.

3. Kündigung nach der Probezeit

Im Gegensatz zum Abbruch während der Probezeit musst du bei einer Kündigung nach der Probezeit Gründe für dein Verlassen der Firma angeben und eine Kündigungsfrist einhalten. Das bedeutet du kannst den Betrieb nicht direkt verlassen, sondern musst nach der Kündigung einen in deinem Vertrag definierten Zeitraum weiterarbeiten.

Oftmals wird an dieser Stelle eine Zeitspanne von drei Monaten angegeben. Erst nach dem Ablauf der Frist kannst du den Betrieb verlassen. In deinem Ausbildungsvertrag ist schriftlich festgehalten wie lange deine Kündigungsfrist ist, wenn du nach der Probezeit kündigst.

4. Regeln bei einer Kündigung

Bei einer Kündigung gibt es neben der verpflichtenden Schriftform und Unterschrift weitere Regeln. Auch wenn es zwischen den Regeln für Azubis und Arbeitgebern Gemeinsamkeiten gibt, können sie sich doch unterscheiden.

Kündigungsgründe für Auszubildende
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4.1 Kündigung durch den Auszubildenden

Als Azubi kannst du vielerlei Gründe haben eine Kündigung einzureichen. Möglicherweise hast du Prüfungsangst und schreibst in der Berufsschule schlechte Noten. Auch Probleme im Ausbildungsbetrieb, wie das Mobbing durch Kollegen oder das Erledigen nicht ausbildungsrelevanter Aufgaben, kann zu Frustration des Azubis führen, ebenso wie das geringe und möglicherweise nicht ausgezahlte Gehalt. Zusätzlich sind finanzielle oder gesundheitliche, sowie private Probleme Auslöser für die Kündigung.

Um den Abbruch einer Ausbildung zu ermöglichen, muss dem Arbeitgeber eine Kündigung in Schriftform vorgelegt werden. Zu beachten sei an dieser Stelle der Zeitpunkt der Kündigung. Als Azubi kannst du eine fristlose Kündigung einreichen, die jedoch eher in schwerwiegenden Fällen erfolgt. So kannst du verspätete bzw. ausbleibende Vergütungen oder körperliche Gewalt als Gründe nennen. Daneben kannst du eine ordentliche Kündigung einreichen. Sinnvoll erscheint diese Kündigungsform dann, wenn du deinen Ausbildungsplatz aufgeben oder einen anderen Beruf erlernen möchtest.

Als dritte Variante kannst du anstelle einer Kündigung die Möglichkeit eines Aufhebungsvertrags wahrnehmen. Zusammen mit dem Ausbilder kann der Azubi diese Art von Vertrag aufsetzen. Dabei entscheiden beide Parteien wann der Vertrag endet.

Kündigungsgründe für Arbeitgeber
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Kündigungsgründe für Arbeitgeber

4.2 Kündigung durch den Arbeitgeber

Umgekehrt hat ebenso der Arbeitgeber das Recht dem Azubi zu kündigen. Gründe liegen hierbei in dem Problem der schlechten Noten in der Berufsschule und dem ständigen Fernbleiben der Unterrichtsstunden. Auch wenn der Azubi ständig zu spät im Betrieb erscheint, kann dies als Kündigungsgrund genannt werden.

In den meisten Fällen ist der Arbeitgeber ebenso dazu verpflichtet Gründe für die Kündigung anzugeben. Auch die förmliche Regel wie die Kündigung in schriftlicher Form inklusive eigener Unterschrift muss der Ausbilder erfüllen. Bevor dem Azubi jedoch gekündigt wird, erhält dieser zunächst Mahnungen. Dabei ist dem Betrieb überlassen ob dieser vor der Kündigung eine oder mehrere Mahnungen an den Azubi verschickt. Inhaltlich wird meist eine eindeutige Forderung verfasst, die der Absender an den Adressaten hat. Es wird eine Verbesserung der Situation gefordert mit einem zeitgleichen Vorschlag wie man dieser Forderung nachkommen kann.

Bei Weigerung der Forderungen erfolgt im nächsten Schritt die Kündigung. Mit einem Schriftstück erklärt der Absender das vertraglich abgeschlossene Arbeitsverhältnis unmittelbar nach Ablauf der Kündigungsfrist für beendet.

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5. Muster einer Kündigung

Es gibt viele Varianten wie du ein Kündigungsschreiben verfassen kannst. Wir von Jobs-regional haben dir mal ein Muster vorbereitet wie deine Kündigung an den Ausbilder nach der Probezeit aussehen kann.

Downloadlinks: Kündigungsschreiben Ausbildungsverhältnis

Vorlagen für die Kündigung deines Ausbildungsverhältnisses kannst du hier herunterladen.

Mark Mustermann
Testweg 2
74830 Beispielort
0123 456 789

Betrieb Muster
Mario Musterchef
Musterstraße 3
56789 Musterstadt

Ordentliche Kündigung

Beispielort, XX.XX.20XX

Sehr geehrter Herr Musterchef,

mit diesem Schreiben kündige ich mein Ausbildungsverhältnis gemäß § 22 Abs. 2 Nr. 2 Berufsausbildungsgesetz mit einer Frist von drei Monaten zum XX.XX.20XX. Grund sind die fortlaufend spät ausgezahlten Gehälter sowie die wiederholten Beleidigungen am Arbeitsplatz.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Mark Mustermann

Deine nächste Bewerbung

Wir helfen dir mit Bewerbungstipps für deine nächste Bewerbung um eine neue Lehrstelle und informieren dich über unterschiedliche Ausbildungsberufe. Wie du dein Ausbildungsanschreiben verfasst und worauf du beim Vorstellungsgespräch deiner Ausbildung achten solltest, zeigt dir Jobs-regional.

6. Fazit

Eine Kündigung sollte der letzte Ausweg in der Ausbildung sein. Wenn es jedoch sonst keine weitere Möglichkeit gibt im Betrieb weiterzuarbeiten können verschiedene Tipps beachtet werden, bevor und während man kündigt. Wir von Jobs-regional haben dir nochmal die wichtigsten Informationen zusammengestellt:

  • Vor der Kündigung sollten mögliche Lösungswege, wie Ausbildungswechsel oder Fortsetzung der Ausbildung unter anderen Bedingungen, besprochen werden.
  • Krankheit, häufiges Schwänzen, schlechte Noten oder zu geringer Gehalt können Gründe für einen Abbruch sein.
  • Die Kündigung erfolgt seitens des Azubis immer schriftlich und mit der eigenen Unterschrift. Bei minderjährigen Azubis unterschreiben zusätzlich die Eltern.
  • Azubis müssen die Kündigungsfrist beachten: Während der Probezeit dürfen Azubis unverzüglich den Betrieb verlassen und nach der Probezeit müssen sie die Kündigungsfrist abwarten.
  • Sowohl Auszubildende als auch Ausbilder können das Vertragsverhältnis kündigen.
Quellen:

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