Kann man die Ausbildung verkürzen? Infos zur Verkürzung der Ausbildung

Im Regelfall dauert eine duale Ausbildung drei Jahre. Die Ausbildungsdauer kann jedoch gekürzt werden, wenn du als Azubi bestimmte Voraussetzungen erfüllst. Daneben muss eine zeitgerechte Einreichung des Antrags erfolgen, welcher auch vom Betrieb bestätigt sein muss. Zusätzlich gibt es eine Mindestdauer der Ausbildung die nicht unterschritten werden darf – Jobs-regional liefert dir alles rund um die Verkürzung einer Ausbildung.

Ausbildung verkürzen

Dein Anspruch auf eine verkürzte Ausbildung

Wie läuft die Beantragung für eine verkürzte Ausbildung ab? Welche Tipps kann man bei der Verkürzung anwenden? Gibt es Fristen für die Beantragung? Fragen über Fragen, die du dir stellst, wenn du deine Ausbildung verkürzen möchtest und die Antworten findest du hier bei Jobs-regional!

1. Definition: Ausbildungsverkürzung

Was ist eine Ausbildungsverkürzung?

Eine klassische duale Ausbildung dauert im Normalfall drei Jahre. Währenddessen erlernt der Auszubildende theoretisches Wissen in der Berufsschule und eignet sich praktische Fertigkeiten im Betrieb an. Manche Auszubildende nutzen ihre vorherigen Erfahrungen, um die Ausbildungsdauer zu verringern.

Mit klar definierten Gründen und unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Antrag auf Verkürzung gestellt werden. Damit beabsichtigt der Auszubildende eine Senkung der Ausbildungsdauer für seinen speziellen Fall. Eine Verkürzung kann nie von einer Gemeinschaft beantragt werden, sondern immer für eine individuelle Person.

Trotz möglicher Kürzung darf eine Mindestausbildungsdauer nicht unterschritten werden. Das bedeutet für Regelausbildungszeiten von 3,5 Jahren mindestens 2 Jahre, von 3 Jahren mindestens 1,5 Jahre und von 2 Jahren mindestens ein Jahr. Bei einer Kürzung sollte sich der Auszubildende mit der örtlichen Kammer wie Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer in Verbindung setzen, da die Mindestausbildungszeit beachtet werden muss.

Anstelle einer Verkürzung kann man als Azubi auch darüber nachdenken eine Teilzeitausbildung zu absolvieren. Dieser besondere Fall tritt ein, wenn man als Azubi sein Kind versorgen oder einen Verwandten pflegen muss.

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Häufig gestellte Fragen

Wann kann ich meine Ausbildung verkürzen?

Im besten Fall legt man während der Vertragsunterzeichnung für den Ausbildungsplatz schon schriftlich fest, dass man zeitgleich zur Ausbildung eine Verkürzung der Ausbildung beantragt. Eine andere Möglichkeit ist die Antragstellung während der Ausbildung. Dabei muss der Antrag ein Jahr vor der Abschlussprüfung gestellt werden.

Kann man eine schulische Ausbildung verkürzen?

Eine schulische Ausbildung kann man kürzen. Hierbei gilt, je höher der Schulabschluss, umso mehr kann man kürzen. Zu beachten ist jedoch in jedem Fall die Mindestausbildungszeit, die beispielsweise bei einer schulischen Ausbildung von zwei Jahren ein Jahr beträgt.

Wer entscheidet über die Verkürzung der Ausbildung?

Über die Verkürzung der Ausbildung hat das letzte Wort der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung. Um den Antrag auf Verkürzung jedoch überhaupt wirksam zu machen, muss neben dem Azubi zunächst der Betrieb oder der Ausbilder dem Antrag zustimmen.

2. Voraussetzungen einer Ausbildungsverkürzung

Welche Voraussetzungen braucht man für eine verkürzte Ausbildung?

Auszubildende die darüber nachdenken ihre Ausbildung zu verkürzen können vielerlei Gründe haben einen Antrag zu stellen. Um aus rechtlicher Sicht der Verlängerung und Verkürzung nicht im Weg zu stehen hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz im Berufsbildungsgesetz die Regeln verschriftlicht. Die folgenden Gründe seitens der Azubis sind gleichzeitig die Voraussetzungen, die für eine Kürzung gegeben sein müssen.

So kann der Auszubildende sich seinen Schulabschluss anrechnen lassen. Das bedeutet, die Dauer verringert sich um bis zu sechs Monate, wenn der Auszubildende einen mittleren Bildungsabschluss vorweisen kann. Auch die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife ermöglichen eine Verkürzung von bis zu zwölf Monaten.

Gute Leistungen in der Berufsschule beeinflussen die Dauer ebenfalls. Die Beantragung der vorzeitigen Zulassung zur Abschlussprüfung kann erfolgen, wenn der Auszubildende in der Zwischenprüfung mit einem bestimmten Notendurchschnitt abschließt und der Ausbilder der Verkürzung zustimmt.

Ebenso hat eine vorherige Ausbildung dank der Berufserfahrung Einfluss auf die Verkürzung. So wie ein Hochschulabschluss kann dank der ersten Ausbildung die zweite Ausbildung um bis zu 12 Monate gekürzt werden. Grund ist die vorangegangene Ausbildungszeit, da in der ersten Ausbildung bereits drei Ausbildungsjahre absolviert wurden. Unter vorherige Ausbildungen fallen ebenso Einstiegsqualifizierungen, Berufsgrundbildungsjahr und Berufsfachschule. Sie alle können eine Ausbildungsverkürzung aufgrund von beruflichen Vorkenntnissen bewirken.

Wenn eine Verkürzung genehmigt wurde besteht weiterhin die Möglichkeit den Betrieb zu wechseln. Der zukünftige Betrieb sollte jedoch in derselben Branche liegen und nicht in einem anderen Bereich. Auch umgekehrt kannst du zuerst den Betrieb wechseln und dann einen Antrag auf Verkürzung stellen. Es ist jedoch zu beachten, dass keine automatische Kürzung erfolgt, wenn der Betrieb gewechselt wird. Ist man im zweiten Ausbildungsjahr (im ersten Betrieb) wird man auch im zweiten Betrieb ins zweite Ausbildungsjahr eingestuft und nicht ins Dritte.

3. Antrag Ausbildungsverkürzung

Wie beantragt man eine Ausbildungsverkürzung?

Der Antrag für Ausbildungsverkürzungen kann bei vielen Kammern online erfasst werden. Ausbildungsbetrieben und Azubis können online einen Antrag stellen. Inklusive erforderlicher hochgeladener Dokumente kann der Antrag direkt online verschickt werden. Gemeinsam mit deinem Ausbilder stellst du einen Antrag auf Verkürzung. Der Antrag wird ausgefüllt und bei einer Kammer abgegeben. Die für dich zuständige Kammer kannst du anhand des Stempels auf deinem Ausbildungsvertrag herausfinden.

Beachte bei der Antragsstellung die jeweiligen Fristen, denn es ist nur sinnvoll in einem bestimmten Zeitfenster einen Antrag zu stellen. So ist die Antragsstellung spätestens ein Jahr vor Ausbildungsende möglich. Ein späteres Abgabedatum kann zur Ungültigkeit des Antrags führen. Eine weitere Möglichkeit ist es den Antrag im Ausbildungsvertrag zu vermerken, sodass er dort schriftlich festgehalten ist.

4. Verlängerung der Ausbildungszeit

Was ist bei einer Ausbildungsverlängerung zu beachten?

Die Ausbildungszeit kann verlängert werden, wenn du über einen längeren Zeitraum abwesend im Betrieb warst, beispielsweise aufgrund von Krankheit und aufgrund dessen die Gefahr besteht, dass du die Abschlussprüfung nicht bestehst. Denn auch wenn der Auszubildende durch die Abschlussprüfung fällt oder daran gehindert ist sie wahrzunehmen, verlängert sich die Ausbildung bis zum nächsten Prüfungstermin.

Eine Verlängerung der Ausbildungsdauer kann ebenso wie eine Verkürzung beantragt werden. Der Verlängerung soll nicht nur der Auszubildende, sondern auch der Ausbilder zustimmen, sodass eine Weiterführung der Arbeitsstelle sichergestellt ist.

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5. Fazit

Um wertvolle Zeit zu sparen kann es vorteilhaft sein, die Ausbildungsdauer zu kürzen. So kommt man als Azubi schneller ans Ziel, hat aber gleichzeitig natürlich auch mehr Druck und Stress. Wir von Jobs-regional haben dir mal die wichtigsten Informationen zusammengestellt:

  • Auszubildende die ihre Ausbildung zügiger als im Normalfall beenden möchten, stellen mit ihrem Ausbilder oder Betrieb bei ihrer zuständigen Kammer einen Antrag auf Verkürzung.
  • Bei einer dreijährigen Ausbildung kann die Verkürzung auf bis zu anderthalb Jahre erfolgen.
  • Gründe für einen Antrag auf Verkürzung können eine vorangestellte Ausbildung, eine sehr gute Notenleistung oder ein höherer Schulabschluss sein.
  • Bei der Antragsstellung sind die jeweiligen Fristen zu beachten.
  • Auch eine Verlängerung aufgrund von Unterbrechung der Ausbildung kann bei der Kammer beantragt werden.
Quellen:

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