Probezeit in der Ausbildung Das solltest Du wissen

Du hast dich für eine Ausbildung entschieden aber bist noch ein wenig unsicher, ob die Stelle zu dir passt? Genauso denkt der Arbeitgeber auch, da er noch nicht weiß wie du arbeitest und ob du ins Team passt. Um euch beide ohne Probleme aus dem Vertragsverhältnis lösen zu können, falls dies notwendig ist, gibt es zu Beginn der Ausbildung die Probezeit. Was genau die Probezeit definiert und wie lange sie dauert - Jobs-regional liefert dir alle Infos rund um die Probezeit in der Ausbildung.

Probezeit in der Ausbildung

Alles Wissenswerte rund um das Thema Probezeit in der Ausbildung

Hat man Probezeit in der Ausbildung? Wie lange ist eine Probezeit in der Ausbildung? Ist man kündbar in der Probezeit? Kann man während der Probezeit kündigen? Beeinflussen Krankheiten die Probezeit? Hat ein Auszubildender während der Probezeit Anspruch auf Urlaub?

1. Definition: Probezeit in der Ausbildung

Hat man Probezeit in der Ausbildung?

Die Probezeit in der Ausbildung muss jedem Auszubildenden ermöglicht werden. Laut dem Berufsbildungsgesetz haben Auszubildende „unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages, spätestens vor Beginn der Berufsausbildung, den wesentlichen Inhalt des Vertrages gemäß Satz 2 schriftlich niederzulegen; die elektronische Form ist ausgeschlossen.“

Mit der Probezeit wird allen Auszubildenden ermöglicht sich in einer Orientierungsphase mit dem Betrieb und den Aufgaben so gut wie möglich vertraut zu machen. Auch aus der anderen Perspektive ist diese Phase sinnvoll. So können auch Arbeitgeber ihren neuen Kollegen kennenlernen. Beide Seiten können anschließend entscheiden, ob ihre Wahl die richtige war und beide auf das gleiche Ziel hinarbeiten.

Neben unterschiedlichen Ausbildungsarten, variieren auch die Probezeiten. In einer praxisintegrierten Ausbildung dauert die Probezeit bis zu vier Monaten. Dabei bist du die meiste Zeit an der Hochschule während du zu bestimmten festen Zeiten im Betrieb bist.

In einer dualen Ausbildung besucht der Auszubildende die beiden Lernorte Berufsschule und Betrieb. Die Probezeit beträgt zwischen einem und zwei Monaten.

Zusätzlich zu den genannten Ausbildungsmöglichkeiten gibt es die überbetriebliche Ausbildung. Ein Auszubildender hat hierbei die Möglichkeit, während des Ausbildungszeitraums Einblicke in andere Bereiche des Betriebs zu erhalten. Die Probezeit in diesem Ausbildungskonzept schwankt zwischen einem und vier Monaten.

Auch eine rein schulische Ausbildung kann absolviert werden. Da es keine Kombination mit einem Betrieb gibt, erfolgt hier keine Probezeit.

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2. Dauer der Probezeit

Wie lange dauert die Probezeit in der Ausbildung?

Jeder Betrieb ist verpflichtet, die Dauer der Probezeit innerhalb einer Ausbildung schriftlich im Vertrag zu erfassen. So hat das Bundesministerium den Zeitraum festgehalten: „Das Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen.“

Gesetzlich ist nicht festgehalten, ob und inwiefern die Probezeit verlängert werden kann. Es lässt sich jedoch sagen, dass die Möglichkeit besteht die Probezeit zu verlängern. Dieser Fall tritt ein, wenn der Großteil der Probezeit, beispielsweise aufgrund eines Krankheitsfalls des Auszubildenden, unterbrochen wurde. Im Gegensatz dazu ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet eine Verkürzung der Probezeit zu erlauben.

Das Ende der Probezeit variiert je nach Vertragsabschluss, spätestens jedoch vier Monate nach Ausbildungsbeginn. Mit dem Ende der Probezeit beginnt ein normales Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das bedeutet es gibt eine einzuhaltende Kündigungsfrist.

3. Kündigung in der Probezeit

Gekündigt – und jetzt?

„Während der Probezeit kann das Berufsbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden.“ So schreibt es das Bundesministerium vor. Dadurch wird dem Arbeitnehmer und auch dem Arbeitgeber ermöglicht, sich meist ohne Probleme vom jeweiligen Vertragsteilnehmer zu trennen.

Die Gründe einer Kündigung können zwischen personenbedingten Gründen wie Krankheit, verhaltensbedingten Gründen wir Arbeitsverweigerung oder betriebsbedingten Gründen wie Stellenabbau liegen.

Eine Kündigung innerhalb der Probezeit kann somit in zwei Richtungen erfolgen. Ein Arbeitnehmer kann seinem Vorgesetzten aufgrund von Unzufriedenheit mit dem Betrieb eine Kündigung einreichen, genauso wie ein Arbeitgeber seinen Mitarbeiter aufgrund von internen Unstimmigkeiten kündigen kann.

Falls dir der Betrieb nicht gefällt, besteht die Möglichkeit innerhalb der Probezeit zu kündigen und daraufhin unverzüglich die Arbeitsstelle zu verlassen. Du musst deinem Arbeitgeber schriftlich die Gründe deiner Kündigung mitteilen. Im Gegensatz dazu bist du nach der Probezeit innerhalb der Ausbildung verpflichtet vier Wochen für den Betrieb weiterzuarbeiten, bevor du diesen verlässt. Auch interessant zu wissen: Kündigst du nach der Ausbildung dein Arbeitsverhältnis, bist du verpflichtet noch drei Monate nach Kündigungseingang im Betrieb weiterzuarbeiten.

Insofern der Fall eintritt, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis kündigt, dann müssen die Kündigungsgründe ebenso schriftlich festgehalten sein. Eine Kündigung ohne Angabe von Gründen ist unzulässig.

4. Urlaub in der Probezeit

Hat man in der Probezeit Urlaub?

Im Ausbildungsvertrag ist auch die Dauer des Urlaubs pro Jahr festgelegt. Dieser ist deutschlandweit nicht einheitlich und variiert daher von Betrieb zu Betrieb. Ob man in der Probezeit während der Ausbildung Urlaub nehmen darf oder nicht, ist im Berufsbildungsgesetz nicht hinterlegt. Aufgrund dessen kann man auf die Regelung für Arbeitnehmer zurückgreifen.

Diese besagt, dass Arbeitnehmer während ihrer Probezeit Urlaub nehmen können und es in vielen Fällen auch müssen. Grund: Der Urlaub wird dadurch im Jahr gleichmäßig verteilt. Würde der Urlaub in der Probezeit wegfallen bestünde das Risiko, dass der Arbeitnehmer am Jahresende fehlt, da er den Resturlaub nehmen muss.

Somit hat man kann man sich als Auszubildender während der Probezeit Urlaub nehmen, muss es aber nicht.

5. Krankheit während der Probezeit

Kann man in der Probezeit gekündigt werden, wenn man krank ist?

Unter der Voraussetzung der Auszubildende hat eine Schwerbehinderung, muss das Integrationsamt über die Kündigung entscheiden. Ansonsten wird eine „normale“ Krankheit nie als Hindernis für eine Kündigung anerkannt.

Das Arbeitsverhältnis kann in drei unterschiedlichen Krankheitsfällen beendet werden. Ob wegen häufender Krankheitstage, einer Krankheit oder einem aktuell im Krankenstand befindlichem Auszubildenden.

Ein Kündigungsverbot tritt ein, wenn eine Schwangerschaft bei einer Auszubildenden festgestellt wird.

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6. Fazit

Neben dem Urlaubsanspruch und der variablen Zeitspanne der Probezeit, lassen sich weitere Themen wie Kündigung und Krankheit zu den Inhalten einer Probezeit zählen.

  • In der Ausbildung kann deine Probezeit von einem Monat bis maximal vier Monaten erfolgen.
  • Falls Bedarf besteht, kann der Auszubildende während der Probezeit Urlaub nehmen.
  • Auch wenn ein Arbeitnehmer während der Probezeit jederzeit kündigen kann, besteht diese Möglichkeit auch für den Arbeitgeber.
  • Krankheit schützt vor Kündigung nicht: Auch wenn der Auszubildende krank ist oder mehrmals krank war, kann er vom Chef gekündigt werden.
Quellen:

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